„Leuchtturmprojekte“


Der „Brinkomat“ der CDU

Man hat bisher nur wenig von ihm gehört: Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag.
Jetzt hat er dem linken „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ ein Interview gegeben. Bei der Lektüre fand ich mich irgendwie an den uns überlieferten „Scholzomat“* erinnert. Mit Ralph hat die CDU jetzt ihren „Brinkomat“, der mit Sprechformeln, wie ein Automat, eine im Grunde nicht mehr erkennbare „Politik“ verkaufen will. Der Mann passt somit treffend zu dem Alfanzereien schwätzenden Hosenanzug aus der Waschmaschine.

Aber der Mann hat scheinbar Visionen.

„Ich bin in die Politik gegangen, um die Zukunft zu gestalten, und nicht, um in der Gegenwart stehen zu bleiben. Zurzeit wird viel beklagt und gejammert. Mir fehlt, dass wir kraftvoll und mit Lust in die Zukunft gehen. Wir könnten momentan so viel leisten wie wahrscheinlich keine Generation vor uns. Was machen wir stattdessen? Wir reden über Personalien – wer wann vielleicht mal mit wem was wird. Das ist auch wichtig, aber das sind nicht die eigentlichen Zukunftsthemen.

Geben Sie ein Beispiel!

Wir brauchen Leuchtturmprojekte im Bereich Innovation, Deutschland braucht etwas, was symbolhaft herausragt, wie zum Beispiel für die Amerikaner die Mondlandung. Ich wünsche mir, dass wir uns mehr damit beschäftigen, was das für uns sein könnte!

Was denn?

Zum Beispiel, dass wir mehr daran setzen, den Krebs zu besiegen. Oder das Thema Internet: Wir haben es verpasst, in Deutschland die Plattformen zu bauen, auf denen Menschen mit Menschen kommunizieren – wie Facebook und Google. Aber wir haben Technologien und Maschinen, um Plattformen zu bauen, auf denen Maschinen miteinander kommunizieren. Da sind wir gut in Deutschland. Oder wir könnten daran arbeiten, dass wir mit unserer immer noch sehr leistungsfähigen Automobilindustrie Weltmarktführer im autonomen Fahren werden. Die Klimaziele erreichen zu wollen, ist auch ein guter Anlass, um unser Mobilitätskonzept zu überdenken. Da können wir breite Schultern zeigen. Wenn wir das nicht hinbekommen, wer sonst? …

„Leuchtturmprojekte“, das ist wohl die Lieblingsphrase unseres Brinkomaten, denn schon länger faselt er davon, wie man hier und hier lesen kann.

„Projekte mit einem klaren Zeitplan und einer konkreten Strategie. Beispielsweise das Ziel auszurufen, Deutschland bis 2030 zum weltweiten Kompetenzzentrum zur Krebsbehandlung auszubauen. Mit diesem ehrgeizigen Ziel könnten zahlreiche Ärzte und Forscher nach Deutschland gelockt werden. Die Forschung würde unseren Universitäten zu Gute kommen. Unsere Universitäten würden zum weltweiten Aushängeschild der Medizin werden. Junge und vor allem gut ausgebildete Menschen kämen nach Deutschland zum Studieren. Und die Wirtschaft könnte dann stark profitieren.

Den Satz mit der „Mondlandung“ nehmen wir mal nicht so streng und das Projekt Flugzeugträger ist ja auch nicht auf seinem Mist gewachsen.
Er hebt eher auf das ab, mit dem Deutschland tatsächlich mal „Weltmarktführer“ war. Die bis vor kurzem „immer noch sehr leistungsfähigen Automobilindustrie“ – die sich mit Hilfe von Grünen, „Umwelthilfen“ und eigenen delinquenten Managern selbst den Garaus macht. Und natürlich damit auch noch die „Klimaziele“ erreichen.
Er träumt davon, „Deutschland bis 2030 zum weltweiten Kompetenzzentrum zur Krebsbehandlung“ ausbauen und „Unsere Universitäten … zum weltweiten Aushängeschild der Medizin“ machen.
Ja, Deutschland war vor 150 bis 100 Jahren das Mekka der Medizin, dazu auch „die Apotheke der Welt“.
Ja, das war einmal.
Aber unser Gesundheitsminister ist ja sogar davon überzeugt, dass in 10 Jahren der Krebs heilbar sei, denn „Wir schaffen das!“.
Wer so etwas behauptet, hat von Medizin so viel Ahnung wie eine Zahnbürste von Karies.

Aber, man will Optimismus verbreiten in dieser Zeit der Defätisten und Pessimisten.

Ein Psychologe hat festgestellt „Pessimisten haben recht, Optimisten den Spaß“ und „ der Pessimist ist der Realist“. 
Alle Argumente, die man gegen die Brinkomat´schen Leuchtturmprojekte vorbringen könnte, haben einen realen Grund.
Ich will jetzt nicht von einem Flughafen reden, der seit bald 15 Jahren immer noch nicht fertig gestellt ist; oder vom deutschen Militär, dessen Flugzeuge nicht fliegen, dessen Schiffe nicht schwimmen und dessen Gewehre nicht schießen können.

Mit welchem Personal möchte man unser Land und unsere Universitäten zu „Kompetenzzentren“ ausbauen?
„Kompetenzzentrum“ – eine Phrase, mit der man versuchte, jeder medizinischen Klitsche einen Nimbus von „Exzellenz“ anzuheften.
Von „Exzellenz“ und „Kompetenzzentren“ begann man just zu der Zeit zu schwätzen, als man erkannte, dass man auf seinem Gebiet international und schon den eigenen Ansprüchen gegenüber in Rückstand geraten war. Wer solche Worte in den Mund nimmt, glaubt gewiss an die normative Kraft des Phraseologischen, ohne die ein Politiker nicht auszukommen mag.

Hat Brinkhaus die Studie der CDU-eigenen Konrad-Adenauer-Stiftung über die „AUSBILDUNGSREIFE & STUDIERFÄHIGKEIT“ des deutschen Nachwuchses für Wissenschaft und Ingenieurkunst gelesen? Wenn ja, dann sollte er sich raschestens seine „Leuchtturmprojekte“ für Deutschland abschminken. Oder vielleicht glaubt er auch an all die Fachkräfte – vom „Logistikspezialisten“ (=Paketausträger) bis zum „Herzchirurgen“ aus Timbuktu oder Aleppo – an diese zugewanderten „Goldstücke“.

Deutschland hat noch Hochschulpotential – zumindestens finanziell – wenn man all diese mehr als 190 Lehrstühle für Genderwissenschaften in den Orkus werfen und das Geld in sinnvolle Projekte stecken würde. Das Personal wäre jedoch für echte  Wissenschaft gewiss nicht einsetzbar. Vielleicht noch als journalistische „Freelancer“ bei den L-Medien.

Brinkhaus möchte „Zukunft gestalten“ und dabei ist Seinesgleichen nicht mal in der Lage, die Gegenwart zu organisieren.
Sein Satz „Wir könnten momentan so viel leisten wie wahrscheinlich keine Generation vor uns“ weist ihn als vortrefflichen Phantasten aus.

Solche Männer braucht das Land – nicht!

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* Der Begriff „Scholzomat“ entstand 2003. Olaf Scholz war SPD-Generalsekretär und musste die umstrittene Agenda-Politik nach außen vertreten. Die Medien warfen Ihm vor, nur noch in Sprechformeln zu reden. Wie ein Automat, der Politik verkaufe. 

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