Die SPD und ihr neues Sozialstaatskonzept

Die vergebliche Selbsttherapie einer Kranken

Neurotiker neigen zum
„Begaffen eigener Gefühlszustände“
Martin Heidegger

„Die Sozialdemokraten arbeiten ihr Trauma auf“, schreibt der Spiegel über die Vorstandsklausur der SPD, auf der die Sozen ihr „Sozialstaatskonzept 2025“ erarbeiteten.

»Gruppentherapeutischer Linksruck der SPD« ätzt die linke Zeit darüber.

Kurz zusammengefasst, was die SPD da beschlossen hat:

  • Grundrente
  • Kindergrundsicherung.
  • Bürgergeld, mit „Recht auf Arbeit“.
  • Aussetzung von Überprüfungen der Vermögen, Wohnungsgröße etc. für 2 Jahre
  • Abschaffung von Sanktionen

Nahles, Scholz, Heil, Barlay usw. äußerten sich denn nahezu euphorisch über ihr neues Konzept, mit dem sie sich von der Agenda 2010 verabschieden und sich gleichwohl selbst therapieren wollen.
Alles, was in den letzten Wochen und Monaten von Sprechern dieser moribunden Partei zu hören war, erinnert an eine tiefenpsychologische Rede-Kur* = „Talking cure“ nach Sigmund Freud.
SPD-Generalsekretär Klingbeil, der zusammen mit Hubertus Heil und „Küstenbarbie“ Manuela Schwesig hauptverantwortlich für die Ausarbeitung des Konzeptes ist, lobt sich zuerst selbst:

„Wir haben, glaube ich, echt eine gute Woche hingelegt, und haben gezeigt, wie einfach und spaßig es sein kann, politisch zu arbeiten, wenn man etwas zu verkünden hat.“

Zum Konzept sagt er:

»Mir ist lieber, dass wir das Geld ausgeben für eine Rentnergeneration, die etwas geleistet hat, aber momentan nicht von diesem Geld im Alter vernünftig leben kann, als dass wir es für die Superreichen in diesem Land durch die Absenkung des Solidaritätsbeitrags ausgeben… Erstmal haben wir momentan Steuereinnahmen, die sind da“.

Ist das nicht echter (selbsttherapeutischer) Linkspopulismus!

Dumm nur, dass der SPD-eigene Finanzminister ausgerechnet zur Vorstellung der sozialpolitischen Offensive seiner Partei erklärt hat, dass ihm das Geld ausgehe, die Steuereinnahmen gravierend zurückgehen werden.

Trotzdem, man will auch künftig den Weg der Umverteilung begehen, unter der Annahme, dass alles so weiter geht, wie in den letzten Jahren – mit einer florierenden Industrie, einem historisch hohen Beschäftigungsstand und mit weiter steigenden Staatseinnahmen.
Die neuen Zahlen zum Wirtschaftswachstum 2018 in Deutschland und in der EU belegen jedoch, dass die deutsche Wirtschaft stagniert, die Industrieproduktion ist in den letzten Monaten des vorigen Jahres zurückgegangen, das Exportgeschäft ist deutlich schwieriger geworden. Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten kündigt sich ein Strukturbruch an und nicht nur eine vielleicht vorübergehende konjunkturelle Delle.

Die (Selbst-) Therapie hat nichts gefruchtet, die SPD will weiter ihren verdorbenen, alten Wein in angeblich neuen Schläuchen verkaufen. Die Partei der Sozialkleptokraten will wieder an der Steuerschraube drehen und ein Remake ihrer sozialistischen Neid-Ökonomie auflegen.

Immanuel Kant beschreibt den Neid als «den Hang, das Wohlergehen anderer mit Schmerz wahrzunehmen, obzwar dem eigenen dadurch kein Abbruch geschieht.» Der typische Neider konzentriert sich auf den Wunsch, dass es dem Beneideten schlechter gehe als bisher, und nimmt sogar in Kauf, dass dabei das eigene und das allgemeine Wohlstandsniveau sinken. Missgunst, Undank, Schadenfreude bilden, so Kant, zusammen mit dem Neid «eine schreckliche Familie».
Neid genießt an sich in der Öffentlichkeit wenig Ansehen, darum tarnt er sich häufig mit der Rhetorik der Kritik und Gerechtigkeit. Neid zerfrisst nicht nur seinen Urheber, sondern würgt auch dem Opfer die Kehle zu. (W. Sofsky).

Um die intrapsychisch schädlichen Folgen von Neid und Missgunst zu eliminieren, ist Autosuggestion das falscheste Prinzip in der Selbstbehandlung.
Die SPD wird es wieder erfahren dürfen.

Im Grunde verharrt die Partei, abgesehen von wenigen historischen Umbrüchen, in ihrem Grundprinzip im 19. Jahrhundert.
Der ideologische Kern der SPD kann wie auf einer Karikatur der „Fliegenden Blätter“ aus dem 19. Jh. erzählt werden: „Ja, du redest immer von Gleichheit und Güterteilen, allein ich setze den Fall, wir haben geteilt, und ich, ich spare meinen Teil, doch du verschwendest den deinigen, was dann?“, sagt der Bürger. Der Sozialist antwortet: „Ganz einfach! Dann teilen wir wieder.“

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*Die jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim alias “Anna O.”, Sigmund Freuds Vorzeigepatientin, die an Lähmungen sowie Seh- und Sprachstörungen litt, machte auf die „karthartische“ Wirkung biographischer Rekonstruktionen früher Traumata aufmerksam und fand dafür den Ausdruck „talking cure“.

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1 Response to Die SPD und ihr neues Sozialstaatskonzept

  1. Der mit Solidaritätsbeitrag, Superreichen, Absenkung und ausgeben, der war gut.

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