Feinstaub und Wissenschaft

„Entwicklungsstörungen des Gehirns und Demenz im Alter“

„Wie gefährlich sind Feinstaub und Stickoxide?“ fragt heute das (SPD-) Redaktionsnetzwerk Deutschland in seinen Postillen.
Da hat sich doch jüngst eine Gruppe von Lungenfachärzten erdreistet, die angeblichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, sprich „Studien“, zur Gefährlichkeit des Feinstaubs in Frage zu stellen und ihren Skeptizismus auch noch breit in die Öffentlichkeit zu tragen.

Ich habe mich hier schon einmal ausführlich zu diesem Thema geäußert („Massenmörder fahren Diesel“) und möchte somit auf gewisse Details nicht weiter eingehen.
Aufschlussreich ist einmal mehr die Behandlung des Themas durch die sogenannten Experten, welche sich aus Journalisten, Politiker und einschlägig belastenden Wissenschaftlern rekrutieren.
Zum Beispiel…

Der Journalist

In einem Kommentar, der in den RND-Postillen veröffentlicht wird, schreibt dazu ein gewisser Thoralf Cleven:

„Die Pneumologen werfen Kollegen vor, Ideologie statt Fakten zu verbreiten. Dieser Ton ist schade, denn die heute bestehenden und die geplanten Grenzwerte für Luftschadstoffe nachzuvollziehen scheint wichtiger denn je. Die Mär von der bösen Umweltlobby, die uns allen den Spaß verderben will, löst in diesen Monaten gerade die Angst vor den uns überrennenden Flüchtlingen ab …

Von einem medialen Achtgroschenjungen erwartet man ja nicht unbedingt  wissenschaftlich sauberes Denken und Argumentieren, das gibt die Ausbildung zum Journalisten ja nicht her. Und was soll man von einem Tintenkleckser der Rot-Presse anderes erwarten, als ideologisches Gefabel.

Der Politiker

Karl Lauterbach, SPD, der rheinische Stegner-Verschnitt mit dem Mascherl am Hals, der gefragte Gesundheitsexperte*, sagte als Replik auf die Pneumologen-Initiative: 

Wir sehen immer klarer, dass Feinstaubbelastungen bei Kindern zu Entwicklungsstörungen des Gehirns führen und bei älteren Menschen zu Demenz. Um dem zu begegnen, muss mehr aufgeklärt werden, dass der Einzelne sich auch schützen kann. Und da fehlt mir bisher die Stimme des Gesundheitsministers.“

War Karl Lauterbach als Kind zu hohen Feinstaubwerten ausgesetzt? Führt nicht vielleicht zu intensive Hingabe an linke Ideologie zu Entwicklungsstörungen des Gehirns bzw. Demenz?
„Wir sehen immer klarer…“ Lauterbach und der „pluralis majestatis“!
Kann man im rötlichen Dunst überhaupt noch klar sehen?

Der Wissenschaftler

Der Lungenexperte Professor Christian Witt von der Berliner Charite erklärt dem RND, wie Feinstaub auf den Körper wirkt:

Der Kontakt mit Verbrennungsschadstoffen wie Feinstaub oder Stickoxiden ist in der Evolution nicht vorgesehen.“ So könnten die Schadstoffe zu einer Entzündung der Lungenschleimhäute führen, bestehende Krankheiten wie Asthma Verstärken und letztlich sogar krebserregend sein – dieser Effekt werde insbesondere durch Dieselruß verursacht.

Kollege Witt hat recht, in der Evolution ist bei unseren Vorfahren – den Schimpansen und Gorillas, den Prähominidae wie Australopitheicus, Homo Rudolfensis und Homo habilis  – noch keine Feinstaub- und Ruß-Belastung anzunehmen.
Doch mit dem Auftreten des Homo Erectus kam die Verwendung von Feuer zur Aufschließung von Nahrung und zum Erwärmen des inzwischen „nackten Affen“ auf. Die exzessiv rußverschmutzten Wände der Wohnhöhlen von Steinzeitmenschen, die verußten Wohnkaten späterer Zeitalter, waren – richtig! – nicht dem Ruß von Diesel geschuldet, sondern den „Verbrennungsschadstoffen“ der (lebensnotwendigen) Holz- oder Kohlefeuerung. Das beinhaltet zumindest 19 Millionen Jahre in der Evolution des Menschen – von Afrika bis Sibirien.
Die bekanntlich äußerst geringe Überlebensspanne früherer Menschen nun auf die Auswirkungen von „Feinstaub“ und Rußbelastung durch den Hausbrand zurückzuführen, wäre genauso wissenschaftlich, wie es die heute überwiegend auf Schätzungen sich berufenden Sterblichkeitsstudien der WHO oder der EU-Behörden sind.

Stellt sich nun die Frage, was bedeutet eigentlich „wissenschaftlich“ oder was ist Wissenschaft, ohne dabei genauer vielleicht auf die „Feinstaubstudien“ einzugehen.


Was ist Wissenschaft?

Im Brockhaus heißt es:

Wissenschaft, latein. scientia, griech. episteme, der Inbegriff dessen, was durch Forschung, Lehre und Literatur überlieferter Bestand des Wissens ist, im Gegensatz zu Meinen und Fürwahrhalten (opinio, doxa); auch der Prozeß methodisch betriebener, prinzipiell intersubjektiv nachvollziehbarer Forschung und Erkenntnisarbeit (Theorie und Praxis) auf Grund eines ursprünglichen, sachbestimmten Wissensdranges und Wahrheitssuchens …

Der Physiker und Philosoph Karl Pooper schreibt bereits im Vorwort zu seiner „Logik der Forschung“: “Wann immer wir nämlich glauben, die Lösung eines Problems gefunden zu haben, sollten wir unsere Lösung nicht verteidigen, sondern mit allen Mitteln versuchen, sie selbst umzustoßen.” Wissenschaftliche Erkenntnis muss „falsifizierbar“ sein, sonst ist sie keine.
Dem Verständnis von Wissenschaft muss demnach auch die Einsicht zugrunde liegen, dass nicht nur unser Wissen unvollkommen ist, sondern vielmehr jedes  Wissen fehlerhaft ist oder zumindest sein kann. Im Begriff »wissenschaftlich« scheint daher das Wissen enthalten zu sein, dass wir eigentlich nichts sicher wissen können. Das Sokrates zugeschriebene Diktum »Ich weiß, dass ich nichts weiß« sollte man immer im Hinterkopf behalten. 

Promovierte Ideologen

In der aktuellen Tagespost schreibt Fredegar Fabel in „Nur lesen hilft, bis alles weh tut“, einem „Vergnüglichen Knigge für die Welt der Wissenschaft“:

Wissenschaft ist im Deutschen ein interessanter Begriff, noch dazu ein ziemlich moderner. Denn wofür Wissenschaftler momentan vorrangig gefördert werden, ist weniger das „Forschen“ nach etwas und mehr das „Schaffen“ von Wissen im Sinne von „Kreieren“. Vereinfacht liegt der Unterschied in der Frage danach, ob es eine existierende Wahrheit gibt, die man suchen muss, oder ob es nur geschaffene Wahrheiten gibt. Befürworter der ersten Variante (meist zu finden unter Medizinern und Naturwissenschaftlern, die etwa an die „Wahrheit“ der Schwerkraft oder der binären Geschlechtlichkeit glauben) sind die Realos unter den Forschern – sie forschen danach, was wie ist.
Die Anderen (vorrangig zu finden in den Geisteswissenschaften mit besonderem Schwerpunkt auf den Sozialwissenschaften in ihren verschiedenen Facetten) begeben sich auf Spurensuche nach Wahrheitskonstrukten der Vergangenheit und Gegenwart, die dann zugunsten eines aktuelleren Wahrheitskonstrukts abgebaut werden müssen. Das sind die Moralos unter den Forschern – sie forschen danach, wie etwas (nicht) sein sollte. Hier zählt nicht das Sein, sondern eben das Sollen. Unter der Gefahr, dann der scharfen moralischen (und beruflichen) Guillotine zum Opfer zu fallen, könnte man sie auch als promovierte Ideologen bezeichnen.

Ich habe ausführlich zitiert, denn so kann man anhand der aufgeführten Kriterien die von F. Fabel in dem zit. Beitrag gestellte Frage „Woran erkennt man einen promovierten Ideologen?“ leicht beantworten.
Nicht nur die Mehrzahl der Journalisten, die Politiker überhaupt sind ideologisch gesteuert. Und unter den „Wissenschaftlern“ oder denen, die sich gern so nennen möchten, nehmen inzwischen die „Moralos“ zu, die in Gefälligkeit zu den Herrschenden stehen möchten, die nicht mehr forschen, sondern „Fühlen was sein sollte“.
Das erinnert doch an einen prominent gewordenen Journalisten namens Relotius.

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Nachwort:
Der Verfasser war (chirurgisch-orthopädisch) tätiger Arzt und Klinikleiter, von Schule, Studium und Beruf her naturwissenschaftlich geprägt.
Als Arzt darf und kann man die geisteswissenschaftliche Seite der Medizin nicht ausblenden, wolle man denn ernsthaft Arzt sein und bleiben. Die Kenntnis einer Allgemeinen (Karl Jaspers) oder auch speziellen Psychopathologie gehört zum Rüstzeug auch eines medizinischen (und schreibenden) “Messerhelden“.
Insofern möge der Leser meine nicht seltenen Rekurse zur Psychiatrie verstehen.
Wie auch die Auseinandersetzung mit Wissenschafts-Philosophie und -Theorie.
Zur Pulmonologie (Lungenheilkunde) habe ich persönliche Erfahrungsbezüge nur als einer der vielen Asthma-Klienten, der Birken hasst, der trotzdem Diesel fährt, immer noch Heizöl verbrennt und gerne mit einem Buch auch vor seinem offenen Kamin sitzt – und über „Geisteskrankheiten“ nachsinnt.

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  • Prof. Dr.med. Karl Lauterbach wurde zwar an der Universität Düsseldorf zum Dr.med. promoviert, hat aber außer während des Studiums wohl nie einen Kranken (mit)behandelt oder wurde überhaupt konkret mit Krankheit konfrontiert. L. hat nie die Approbation als Arzt erhalten oder angestrebt, sondern als „Gesundheitsökonom“ wissenschaftlich und unwissenschaftlich hantiert.
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2 Kommentare zu Feinstaub und Wissenschaft

  1. L. ist keine Ausnahme, man sehe sich nur den Gesundheitsexperten und jetzigen Minister für Volksgesundheit Spahn an. Ein Appartschnik wie er im Buche steht. Die Ministerriege ist voll solcher Experten, man nehme nur die Bundesmuschi, den Finanzexperten Scholz, die Landwirtschaftsministerin Klöckner, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Im Bundestag schaut´s nicht besser aus.
    Im Parteienapparat fest verankert zu sein, das macht einen Experten aus. Berufliche und fachliche Qualifikation ist nicht gefragt.
    Wie sonst könnte die BRD heute da stehen, wo sie steht?

    • Stimme Bauer Gerhard ohne eine Einschränkung zu.
      Zu Karl Lauterbach: Der scheint seiner Mutter als Säugling vom Wickeltisch, auf den Kopf, gefallen zu sein. Zu dem Sparkassen-Schalter- Fuzzi, als Gesundheitsminister, fällt mir garnichts ein, absolut garnichts.

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