Nicht ganz dicht in Berlin

Pfusch am Bau

In Berlin ist man nicht ganz dicht, was ja nicht wenig denken. Das ist aber nicht nur metaphorisch zu sehen. Man hat jetzt festgestellt, dass ein Neubau des Bundestages, ein Flügel des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, undicht ist. Durch eine wohl stümperhaft geplante und ausgeführte Bodenplatte dringt Wasser in das Gebäude ein, sodaß nicht nur die Kellerräume seit Jahren unbenutzbar sind. Das Haus hättte schon 2012 fertig sein sollen und jetzt droht gar ein Abriss des Hauses, in das bereits mehr als 200 Millionen Euro gesteckt wurden.

Symbol für eine vermodernde Macht?

Das alte Reichstagsgebäude haben die Nazis angezündet, die Alliierten haben es mit Bomben eingedeckt und die Russen dann als Latrine verwendet.
Es hat Symbolkraft, dass aus diesem Gebäude vor hundert Jahren durch einen Sozialdemokraten die erste deutsche Republik ausgerufen wurde.
Es hat Symbolkraft, dass die Nazis dieses Symbol der verhassten Demokratie niederbrennen und auslöschen wollten.
Der Sitz des alten Reichstags, von 1884 bis 1894 unter dem Architekten Paul Wallot geplant und ausgeführt, hat viele Stürme überstanden und steht heute noch.

Die heutigen Mächtigen in Berlin sind nicht in der Lage, einen nutzbaren Anbau an diesem Gebäude auszuführen. In der „Hauptstadt“ ist man nicht in der Lage, einen Flughafen zu errichten. Man sieht dem Verfall und die Verwahrlosung des öffentlichen Raumes der Hauptstadt tatenlos zu; man hat kriminellen Clans nicht nur die Straßen überlassen; Bildung und Wissenschaft sind auf den Hund gekommen.
Und diejenigen, die heute im Reichstag residieren, sägen förmlich selbst an dem, was sie zu schützen vorgeben: an dem Gehalt der angeblich erfolgreichsten Demokratie auf deutschem Boden.

 

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Ein Kommentar zu Nicht ganz dicht in Berlin

  1. David sagt:

    Alles verlottert überall. Es ist ein Symptom des allgemeinen Niederganges, das aber niemand sehen will. Die „heutigen Mächtigen“ sind zu nichts mehr in der Lage, und ich habe den Eindruck, daß das Absicht ist.

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