Politik machen mittels Umfragen und Schrottstudien

Man sollte nicht immer gleich den angeblichen Churchill-Ausspruch zitieren – „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe!“ – wenn man mit politisch motivierter Statistik konfrontiert wird. Angeblich war es ja Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels, der den Spruch gestreut hat!? Aber es ist schon auffällig, wie mit seltener Häufigkeit in den letzten Tagen und Wochen die Medien uns mit Umfrageergebnissen und Statistiken traktieren.
Nun, es sind schon seit Jahren Monatsend-Umfragen („Politbarometer“) und „Deutschland-Trends“ im Arsenal des Staatsfunks. Daneben bemühen sich die Parteien oder andere zweckgeleitete Institutionen mittels „Demoskopie“ ihren Intentionen Bestätigung und Nachdruck zu verleihen. Dass das nicht immer – oder fast nie – redlich oder wissenschaftlich sauber erfolgt, darf inzwischen als belegt gelten.

Die herrschenden Koalitionen unter „Kanzlerin“ Merkel haben den größten politischen Misthaufen in der Geschichte der Bundesrepublik aufgerichtet, es stinkt an allen Ecken und Enden – und da will man natürlich dagegen anstinken. Und was wird uns da in letzter Zeit nicht alles an Parfums und Duftverbesserern angeboten?

Laut einer „repräsentativen“ Umfrage ist Merkel angeblich die Person, auf welche die Deutschen besonders stolz sind.
Doch vor nicht allzu langer Zeit ergab eine andere Umfrage, dass 60% der Deutschen mit Merkel unzufrieden seien.
Man darf beides sicher nicht direkt vergleichen, aber man ist schon mehr als stutzig, wenn gerade in der jetzigen Situation die Frau Merkel in besonderem Ansehen stehen soll. Wie diese „Stolz-Studie“, mit der die „Die Welt am Sonntag“ in ihrer Jubiläumsausgabe lauthals herausplatzte, zu bewerten ist, kann man gut bei Michael Klein auf Sciencefiles nachlesen.

Ein besonders willfähriger Dienstleister Merkel – und Bereitsteller von duftverbessernden Raumsprays – ist die Bertelsmann-Stiftung.
Hat das nun mit der besonderen Frauenfreundschaft Angela Merkel – Liz Mohn zu tun? Wie mit Friede Springer? Deren Frontblatt „Die Welt“ kolportiert am raschesten Merkel-gefällige Umfragen. 
Vor einem Jahr hat Bertelsmann das Ergebnis einer Studie veröffentlicht, in der nachgewiesen werden sollte, dass Muslime – insbesondere Türken – hierzulande bestens integriert seien. Gar in der FAZ konnte man dazu einen fast ätzenden Kommentar lesen

„Die Bertelsmann-Stiftung weiß, wie man Schlagzeilen macht. Zur richtigen Zeit bringt sie das richtige Papier zu einem politisch virulenten Thema heraus, mit dem richtigen Ergebnis. Die jüngste Hervorbringung zum Thema Einwanderung treibt es auf die Spitze. Ihr Ergebnis lautet: Muslime seien in Europa, besonders in Deutschland, bestens integriert, sie seien hierzulande sogar weniger oft arbeitslos als Nichtmuslime, es hapere hingegen an der gesellschaftlichen Anerkennung.“

Bei der kürzlich veröffentlichten „Studie“ des „Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration“ hatte gewiss auch die Bertelsmannstiftung ihre Finger im Spiel. Laut „Integrationsmonitor“ stimmten 71,5 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund dem Satz „Die aufgenommenen Flüchtlinge werden Deutschland kulturell langfristig bereichern,“ „voll und ganz“ oder „eher“ zu.
Wenn von verschiedener Seite dieser Veröffentlichung bescheinigt wird, sie sei die „Schrottstudie des Jahres“, brauche ich an deser Stelle dazu nichts weiter hinzufügen.  

Der erwähnte kritische Blog sciencefiles.org beschäftigt sich mit einer ebenfalls vor Kurzem erschienenen Studie, nach der „Die Zahl der Angriffe auf Journalisten … in diesem Jahr deutlich zugenommen“ hat. Das gehe aus einer Studie des European Center for Press & Media Freedom (ECPMF) in Leipzig hervor, die dem MDR vorliegt.“ schreibt Michael Klein und: der MDR und die FAZ hat es übernommen, und wo die FAZ abschreibt , kann die WELT nicht fehlen: Natürlich ereigneten sich diese Übergriffe „Im Umfeld von rechten oder rechtsextremen Demonstrationen und Veranstaltungen … mehr als die Hälfte davon zählten die Forscher in Sachsen.“ Die Angriffe Linksradikaler wie z.B. auf dem G20-Gipfel 2017 werden flagrant ausgeblendet.
Sciencefiles nimmt diese Meldungen resp. auch diese „Studie“ gekonnt auseinander und entlarvt sie als das, was sie ist: zweckgeleitete Propaganda für die machthabende Linksregierung der Frau Merkel.

Dass mit den Demoskopie-Studien zur Stärke der Parteien etwas nicht stimmt, vor allem vor Wahlen, hat inzwischen gar der letzte Hinterwäldler mitbekommen (Nichts gegen Hinterwäldler, die leben meistens recht ruhig und beschaulich!). Das Versagen der Demoskopie z.B. vor und zu den letzten Bundestagswahlen, war evident.
Je nach Parteinähe fallen die Umfragen für die Auftragsklientel günstiger aus, dieweil man den Trend für die jeweilige Partei – SPD oder CDU – nicht ausblenden kann, um sich nicht per se einem Fälschungsverdacht auszusetzen.
Insbesondere die Grünen werden mittels Umfrageergebnisse in letzter Zeit regelrecht hochgejazzt. Der „Genosse Trend“ scheint die Grünen zu bedienen; aber auch die AfD – zum Leidwesen der spezialdemokratischen Einheitsfront.
Die Ergebnisse, welche die einzelnen „Institute“ zuletzt für die Frage ermittelten, „Wenn am kommenden Sonntag Wahlen wären“, kann man im Detail hier nachlesen.

Screenshot – https://www.wahlrecht.de/umfragen/

Das GMS-Institut gilt als besonders CSU-nah, Parteien „rechts der Mitte“ kommen angeblich dort oft besser weg als bei anderen Instituten. Stimmt das wirklich?
Eindeutiger sei die Parteinähe bei Forsa, meint man. Wikipedia dazu: „Güllner (der Chef von Forsa d.R.)  ist seit 1964 SPD-Mitglied. Der Forsa-Gesellschaft wird deshalb eine Nähe zur SPD unterstellt. Sie erwirkte gegen entsprechende Vorwürfe aus der CDU erfolgreich eine einstweilige Verfügung. Forsa erhält von der SPD keine Aufträge mehr.
Güllner behauptete 2008 in einem Interview wiederum, das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap sei „vierzig Jahre das Hausinstitut der SPD. Und da wird man sich schon überlegen, ob man nicht ein bisschen die Zahlen schönt oder nicht“. Infratest dimap verklagte Güllner daraufhin vor dem Berliner Landgericht auf Unterlassung und bekam recht.“
Allensbach geriert sich seit je als „staatstragend“, es gibt keine Verlautbarungen über Parteiennähe. Mir scheint aber eine Affinität zur CDU durchaus vorhanden.
Betrachtet man die Ergebnisse von Infratest dimap, könnte man eine Geneigtheit zur AfD vermuten, kommt dort doch die AfD stetig besser weg, als bei anderen Instituten. Aber auch INSA und Emnid berichten bessere Ergebnisse für die „Rechtspopulisten“ als andere Institute.
Wie sagt der Bayer: „Nix g´wiß“ weiß man nicht.“ 

Jeder weiß, dass Umfragen keine Prognose über einen Wahlausgang sind, sondern sie geben allenfalls aktuell in etwa eine politische Stimmung im Land wieder; eine Umfrage sagt kein Wahlergebnis voraus.
Journalisten sehen das aber gerne anders. Bei einer Fehlerbreite von z.B. 3% jazzen sie gerne die ihnen genehme Partei innerhalb der Fehlerbreite eher nach oben als nach unten. So lag etwa im Februar 2017 die SPD, nachdem Martin Schulz von der Parteispitze zum Kanzlerkandidaten gekürt wurde, in einer Infratest-Umfrage bei 32 Prozent, die CDU/CSU dahinter bei 31. Wegen der Fehlertoleranz von 3% hätte aber genauso gut die Union deutlich vorne liegen können. Für die Journaille war aber Schulz schon der kommende, gefeierte Sieger.
Solche Berichterstattung werden auch Horse-Race-Journalismus genannt. Inhalte oder Sachthemen interessieren dann im vorherrschenden Drecksjournalismus in keiner Weise mehr.

Es gibt ein satirisches Frühlingsgedicht von Erich Kästner, dass man gut in ein „Herbstgedicht 2018“ umwandeln kann

Die Meinungen werden billiger,
die Medien werden williger,
es stinkt nicht nur auf den Aborten,
kurz: Wahlen allerorten!

Warten wir also auf die Wahlen in Bayern und Hessen und auf neue nicht nur wahlabendliche Lügenbeuteleien.

Schlusssatz:
Das Eingangszitat, das angebliche von Goebbels, kann man wohl getrost verwenden, doch vielleicht besser abgewandelt in: Ich trau nur einer Statistik, die ich selbst manipuliert habe: denn ich weiß, was ich damit bezwecken will.

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