„Wallraffing“ bei der AfD

Der Bergriff „Wallraffing“ kommt aus Schweden, womit man dort den Recherchestil des berühmt-berüchtigten Autors und Journalisten Günter Wallraff bezeichnet. Wallraff, „der sich meist mit anderer Identität in das unmittelbare Kernumfeld des Reportage-Ziels einschleuste“.

Just vor der Bundestagswahl wurde denn die AfD ebenfalls Beute des „Wallraffing“. Jedoch nicht durch den Erfinder der Methode selbst, sondern durch einen „Krimi-Autor“ namens Leif Tewes. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich jedoch ein IT-Unternehmer aus dem Rhein-Mein-Gebiet, der dort auch sein (Un)Wesen treibt.
Tewes will – wollte – mit sogenannten „Gegenlesungen“ aus seinem Roman den Wahlkampf der AfD in Hessen hintertreiben, schrieb die Frankfurter Rundschau.
Auf den Vorgang bin bei der Lektüre meiner Regional-Gazette gestoßen, in der emphatisch von so einer „Gegenlesung“ in der hiesigen Buchhandlung meines Mißtrauens berichtet wurde. (Eine Buchhandlung, die sich schon mal mit Zensurmaßnahmen gegenüber Sarrazin-Bücher nicht nur im Ort einen Namen gemacht hatte.)

Worum geht es? Der „Autor“ hatte sich mit einer falschen Identität in den AfD-Kreisverband Offenbach eingeschlichen und dort und im weiteren Umfeld ein Jahr lang „recherchiert“. Über seine Erfahrungen an einem AfD-Stammtisch berichtete er dann der Hessen-Pravda:
„Gruselig. In zweifacher Hinsicht. Erstens war es exakt so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Der Raum, die Leute, alles. Und wenn man das dann sieht, so ein Hinterzimmer in einer gutbürgerlichen Gaststätte, schaut sich die Leute an, ganz normale Durchschnittsleute, und wenn die dann den Mund aufmachen – was man auf den Parteitagen zu hören bekommt ist ja schon geschliffen – dann wird es richtig gruselig.“
Der Partei-Kern bestehe aus Scharfmachern, meint er und besonders junge Leute in der AfD gehörten zu diesem „gruseligen“ Kern. Aus seinen „Erfahrungen“ strickte nun der taktische Defraudant einen Krimi – einen „Roman Noir“, wie er sagt – von dem es in einer Rezension heißt:
„Leif Tewes liefert zu aktuellen Themen ›Fake-News‹, ›Rechte Propaganda‹ und ›Islamistischer Terror‹ eine verschlungene Reise, die vom Rhein-Main-Gebiet über das Ruhrgebiet bis nach Syrien führt. Macht, Verführung und Lügen erweisen sich als elementare Zutaten eines Wahlkampfes, der sich durch die Medien und das Internet wie ein Lauffeuer verbreitet.“

Schon in einem früheren Krimi ging es dem Verfasser um Gier und Macht; ein Autor der von sich sagt „Ich glaube an das Schlechte im Menschen“.
Sinnigerweise werden seine Bücher denn von einem Verlag namens „Größenwahn“ herausgebracht.

Zur Ehre dieses literarischen Denunzianten mus man berichten, dass er sich noch vor der Wahl gegenüber „seinem“ AfD-Vorsitzenden geoutet hat. Der nahm das wohl recht gelassen und nüchtern auf. Zu recht, denn sehr erfolgreich war diese geplante Hintertreibungs-Aktion nicht, wie es auch die Ergebnisse vom Wahlsonntag aus dem Rhein-Main-Gebiet abbilden.

Wahlverlierer 2017: Peter Tauber, CDU

Peter Tauber wurde als Stimmkreisabgeordneter im Wahlkreis 175 (Main Kinzig Kreis – Wetterau II -Schotten) erneut direkt in den Bundestag gewählt. Nach der krachenden Wahlniederlage der Merkel-CDU ist er natürlich bei den innerparteilichen Analysten für diese Niederlage aber scharf ins Visier geraten: Merkel und Tauber müssen weg, beide seien für den Linksruck der CDU verantwortlich – meinen nicht nur die Rest-Konservativen in der CDU. Denn Peter Tauber hat nicht erst nach dem 24. September 2017 ganz schlechte Papiere in seiner Partei. In seinem Wahlkreis hat er zwar mit seinen Erststimmen ein besseres Ergebnis als seine Partei eingefahren (36,4% zu 31,7%), gegenüber 2013 hat er jedoch 12,4% an Stimmen verloren (36,4% gegenüber 48,8%). Er hat damit mehr als die CDU im Bund und im Wahlkreis an Zustimmung eingebüßt.
Das haben seine „Parteifreunde“ in Berlin ganz sicher registriert. Jens Spahn z.B., ein anderer „Shooting-Star“ der Union, konnte z.B. seinen Stimmanteil entgegen dem Bundestrend gerade etwa behaupten.

Es ist ein Mysterium des Innersten der CDU bzw. deren Chefin Frau Merkel, wie ein Heiopei wie Peter Tauber in das Spitzenamt des Generalsekretärs dieser einstmals großen Partei berufen werden konnte. Man darf unverhohlen vom „Proporzhessen“ sprechen, Hessen hätte aber – trotz oder wegen Bouffier? – eine gewiss reputierliche Persönlichkeit in der Bundes-Spitze verdient. Aber die waren aus Hessen für den Bund eh dünn gesät. Mir fällt dazu gerade nur Alfed Dregger ein.

Gerade aus längerer persönlicher Bekanntschaft mit Peter Tauber in der MKK-CDU konnte ich nie einen Hehl aus meiner Geringschätzung machen.
Die mögliche Entmachtung von Peter Tauber hat sich ja schon vor einiger Zeit angekündigt, denn er hatte ja etliches an Peinlichkeiten angehäuft:

  • Man erinnere sich an die Affäre um die „Kaninchenjagd“ in seinem lokalen CDU-Beritt, dem hessischen Main-Kinzig-Kreis.
  • Bei der Landratswahl in eben seinem Heimatkreis erlitt denn die Tauber-CDU dann  eine peinliche Niederlage.
  • Peter Tauber leidet nicht nur unter einem (digitalen) Sprechdurchfall, der in verschiedenen bekannt gewordenen Fällen als „Shitstorm“ wieder auf ihn zurückflog:
    „Wer hier nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch!“.
  • Einem Kritiker von Merkel beschied er auf Facebook ebenfalls, dass er ein Arschloch sei.
  • Auf die Nachfrage eines Twitter-Nutzers auf das CDU-Wahlprogramm in Abgrenzung zur SPD -„heißt das jetzt 3 Minijobs für mich?“ – erwiderte Tauber: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“

So äußert sich ein Zyniker mit eingebildeter Macht, den jetzt die Realität einholt.

Tauber ist nicht nur ein Sprachpanscher im Deutschen, sondern er hat sich seit eh als übelster politischer Mundwerksbursche erwiesen.
Sollte unser politisches System nicht unheilbar krank sein, dann muss es sich von solchen Gestalten befreien oder diese – nicht nach Anatolien, sondern in die Bedeutungslosigkeit „entsorgen“.

Hier das für seinen Wert und der Persönlichkeit geeignete Dienstfahrzeug, das er schon mal vor einigen Jahren ausprobierte:

Zehn grüne Nörgerlein

Der Abgesang auf eine überflüssige Partei. Der Text kann mit der bekannten Melodie von „Zehn kleine Negerlein“ gesungen werden.

Zehn grüne Nörgerlein,
die wollten friedlich sein,
die Petra hat man totgeschossen,
da waren´s nur noch neun.

Neun grüne Nörgerlein,
die haben Krach gemacht,
die wollten wie die Dithfurt sein,
da waren´s nur noch acht.

Acht grüne Nörgerlein,
die fanden Daniel fein,
sie haben´s gern mit Kids getrieb´n,
da waren´s nur noch sieb´n.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein

Sieben grüne Nörgerlein,
die führten gerne Krieg,
das ging den Fundis auf den Keks;
da waren´s nur noch sechs.

Sechs grüne Nörgerlein;
die flog´n im Flieger heim,
der Rezo kam darum in Schimpf`,
Da waren`s nur noch fünf.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein.

Fünf grüne Nörgerlein,
die zieh´n sich gern was rein,
Ecstasy, Koks und Crack statt Bier,
da waren´s nur noch vier.

Vier grüne Nörgerlein,
die lieben die Türkei,
ach führe Claudia dort vorbei,
Dann wären´s nur noch drei.

Drei grüne Nörgerlein,
die mischten einst am Rhein,
´nen linken Gender-Bildungsbrei,
Da waren´s nur noch zwei.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein.

Zwei grüne Nörgerlein,
fiel nichts mehr G´scheites ein,
die Katrin fing zu weinen an,
dann gab´s nur noch nen Mann.

Ein grünes Nörgerlein,
fiel auf die Raute rein,
fuhr mit der Merkel in der Kutsch,
Da war’n die Grünen futsch.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein.

 

Franz Josef Strauß zur Bundestagswahl 2017 – ein Interview

Bereits vor fünf Jahren gab uns Franz Josef Strauß ein Interview, als wir ihn in seiner Warteposition auf Wolke 7 vor dem Eingang zum Himmelreich besuchen durften; dort, wo bereits der Brandner Kasper, der Dienstmann Alois Hingerl und auch der Alois Hundhammer an den heiligen Schanktischen beim ewigen Biertrinken und Schafkopfen auf ihn warten.
Aus der vom Himmel erkannten Not der Zeit heraus wurde uns ein zweiter Besuch erlaubt und so können wir dem geneigten Leser die aktuellen und von uns verbürgten Ansichten des vormaligen bayerischen Archonten zur Kenntnis bringen.

Das Interview 2017:

Herr Strauß seit unserem letzten Gespräch sind fünf Jahre vergangen und Sie sitzen weiter hier auf der Wolke 7, wie fühlen Sie sich heute?

„Für mich ist’s gar nicht mehr schön: Der Wehner kommt nicht mehr, der Schmidt will nicht mehr, was hab‘ ich da noch hier verloren?“


Wie sehen Sie aus Ihrer Warte die Situation in Deutschland im Jahre 2017?

„Die Stimmung im Land lässt sich mit den ‚fünf U‘ beschreiben: Ungewissheit, Unsicherheit, Unbehagen, Unruhe und politische Unzufriedenheit.“


Wer hat denn Schuld an der Misere?

„Es wird Zeit, dass der rote Terror gebrochen wird.“
„Von Platon über Rousseau bis zu Marx und Lenin zieht sich gleich einem roten Faden geometrisches Ordnungsdenken von Utopisten wie eine Gegenmelodie zur Individuation durch die Geistesgeschichte unseres Kontinents. Als Gesamtlösungen tragen ihre kollektivistischen Staats- und Gesellschaftsentwürfe zwangsneurotische Züge und müssen als Symptome einer aberratio mentis verstanden werden, von der eine gefährliche Wirkung ausgeht. Vor allem jene, meist junge Menschen, die sich geistig noch nicht der macht der Wirklichkeit gebeugt haben und sie idealistisch überfliegen möchten, sind gegen solche Ansteckungsgefahren kaum gefeit. Ideal und ideologisches Modell sind wahlverwandt. Allzu leicht verwechselt der von den Teufeln des Details noch nicht geschundene junge Geist die beiden. Deshalb ist es ja für Ideologien nicht allzu schwer, gerade die jungen Menschen für sich zu begeistern.“


Was muss sich dann ändern?

„Die Todfeinde einer Marktwirtschaft heißen Inflation und Marxismus. Beide sind gegenwärtig ein lebensbedrohendes Bündnis eingegangen. Die Inflation des Geldes als Ausdruck der Wünsche hat neben tiefreichenden wirtschaftlichen Schäden den geistigen Nährboden für sozialistische Ideologien des Neides und der Gleichmacherei aller Schattierungen geschaffen, die über die Tarnworte ‘Verbesserungen‘, ‘Reformen‘ bis hin zu ‘Systemüberwindung‘ eine Umverteilung und eine funktionärsgesteuerte staatliche Verwaltungswirtschaft zum Ziel haben.“
„Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.“


Das erste Mal hat sich in Deutschland mit der AfD eine Partei rechts von der CDU/CSU in den Ländern etabliert und wird aller Voraussicht in den Bundestag einziehen. Was sagen Sie dazu?

„Wenn es einer seriösen Rechtspartei gelingt, auf Dauer über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen, wäre die Kombination aus CDU, CSU und FDP nicht mehr mehrheitsfähig. Eine Koalition von SPD und Grünen ist für mich keine demokratisch akzeptable Alternative. Der Gedanke einer Großen Koalition weckt mehr Unbehagen als Zuversicht. Wo also bleibt die Bewegungsfähigkeit der Union? Man erkennt nicht, dass auf der rechten Seite des Spektrums zwangsläufig ein Vakuum entstehen muß, wenn sich die CDU auf einen Wettlauf nach links einläßt. Es geht nicht um rechtsradikale Narren, aber wenn sich eine Rechtspartei bildet mit einem populistischen Programm und einer charismatischen Führung, dann stimmt die ganze Lagertheorie von CDU und FDP endgültig nicht mehr. Dann müßte man entweder mit dieser Rechtspartei und der FDP zusammengehen, was kaum möglich ist, oder das Ziel einer neuerlichen linken Koalition wäre nach den nächsten oder übernächsten Bundestagswahlen erreicht.“


Die CDU/CSU kämpft einen offenkundig vergebenen Kampf gegen diese neue Partei – wenn man den Umfrageergebnissen glauben kann.

„Ich greife mir ans Hirn, warum die politischen Pygmäen der CDU, die nur um ihre Wahlkreise kämpfen, diese Zwerge in Westentaschenformat, diese Reclam-Ausgabe von Politikern, warum die sich empören, wenn der Gegner … reagiert.“
„Ich will mit dem Wort Dumköpfe vorsichtig sein. Das wollen wir der Endabrechnung des lieben Gottes überlassen.“


Frau Merkel ist nun seit zwölf Jahren Bundeskanzler. Wie es aussieht, kann sie den Rekord von Helmut Kohl mit 16 Jahren Amtszeit brechen. Wer war oder ist nach Ihrer Ansicht der bessere Kanzler – Helmut Kohl oder Frau Merkel?

„Wenn man mich fragt, wer der größere Dichter sei, Goethe oder Schiller, sage ich immer ja.“


Man bezeichnet Frau Merkel als die mächtigste Frau der Welt. Wie sehen Sie das?

„Ich habe in meiner etwas karikaturhaften, manchmal groben Sprache gesagt: Das kommt mir genauso vor, wenn der kleine Max mit der Kindertrompete neben der Militärmusik herläuft und sagt, er habe das Marschkonzert bestimmt.“
„Das Ausland empfindet es schlichtweg als unerträglich, von Deutschland ohne Unterlass ermahnt und belehrt zu werden. Die Politik zum Schutze der Umwelt ist dafür nur ein Beispiel. Kein vernünftiger Mensch und schon gar nicht ein konservativer Politiker, für den das Bewahren ein wichtiges Wesenselement darstellt, wird sich dieser Herausforderung verweigern. Der emotionsgeladene Fanatismus aber, der in dieser Frage insbesondere von linken und grünen Kreisen praktiziert wird, stößt ab und alarmiert. Er weckt draußen Misstrauen gegen die irrationalen Deutschen, die offensichtlich wieder einmal glauben, am deutschen Wesen müsse die Welt genesen.“


Frau Merkel scheint aber innerhalb der CDU unumstritten. Ihr Generalsekretär erlaubt sich zu sagen, wer gegen Merkel ist, ist ein – verzeihen Sie – Arschloch.

„Es gibt ja wirklich in der CDU die Krankheit, die kenne ich schon seit Jahren, die äußert sich also immer wieder in selbstmörderischen Äußerungen nur aus Gründen interner Feindseligkeit, interner Rivalitäten oder neidhammelhafter Haltung.“


Auch die Medien scheinen fast ausschließlich auf der Seite von Frau Merkel zu stehen und leisten ihr Schützenstellung im Wahlkampf z.B. gegen die AfD.

„Linksübliche Medienkumpanei.“


Was möchten Sie Frau Merkel raten?

„Es gibt eine normative Kraft des Faktischen. Sie ist mächtig und unter Umständen gefährlich. Aber es gibt keine faktenersetzende Kraft des Phraseologischen.“


Was halten Sie von Schwarz-Grün als Koalitionsoption?

„Das beste Grün ist weiß-blau.“
„Diejenigen, die zum einfachen Leben zurückkehren wollen, müssen sich eben dafür geeignetere Regionen aussuchen. Niemand wird sie daran hindern, das Automobil durch einen Wanderrucksack zu ersetzen und ihre Verpflegung im Freien zu suchen.“


Die SPD hat mit Martin Schulz einen Gegenkandidaten zu Merkel aufgestellt, der anfänglich der SPD ja ein Hoch bescherte.

„Eine unerträgliche Belastung des Parlaments und der Demokratie.“
„Der kann seine Füße in den Schuhen des Kanzlerkandidaten umdrehen, ohne dass sich die Richtung der Schuhe verändert.“


Der CDU – mehr noch der SPD – laufen die Wähler in Scharen davon, wie kommt das?

„Wie manche Pfarrer die Kirche leer predigen, reden auch manche Politiker den Saal leer.“


Die Zeit der großen Debatten im Bundestag scheint vorbei zu sein – seinerzeit mit Ihnen auf der einen und mit Herbert Wehner und Helmut Schmidt auf der anderen Seite. Immer weniger Entscheidungen werden im Parlament diskutiert, sondern in den Medien – z.B. durch Diskussionen in sog. Talkshows unter das Volk gebracht. Wie sehen Sie das?

„Es muss meiner Meinung nach auch heute noch möglich sein, politische Strategien zu entwickeln und durchzuführen – natürlich unter Berücksichtigung des damit verbundenen Risikos – ohne vorher darüber auf dem offenen Markt Palaver zu halten. Andernfalls hören wir auf Politik zu machen, spielt sich Politik nur ab in Meinungsumfragen, in den Schlagzeilen der Boulevardpresse, in aufgeregten Stammtischdiskussionen.“


Was halten Sie von dem derzeitigen Bundeskabinett mit Ministern wie Sigmar Gabriel und Heiko Maas?

„Ich bin ein großer Anhänger des Rechtsstaates. Aber den großen Lumpen muss man stärker aufs Hirn hauen als man die kleinen Leute verfolgt.“


Es gibt eine Krise der Medien, man spricht gar von Lügenpresse. Einstmals renommierte Zeitungen wie der Spiegel müssen drastische Abnahmen in ihrer Leserschaft hinnehmen.

„Scheißhausblatt!“
„Der Spiegel ist ein tiefer Ausdruck der Zerrissenheit und des Nihilismus der deutschen Seele, wobei er selbst zu dieser Zerrissenheit entscheidend beigetragen hat. Er ist Produkt und Produzent dieser Haltung gleichermassen.


Was möchten Sie den Deutschen zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag mitteilen?

„Sagen Sie den Menschen, dass diesmal um unser Schicksal gewürfelt wird. Sagen sie den Menschen, dass sich keiner mehr dem Felsschlag der Politik entziehen kann. Es gibt kein Glück im stillen Winkel mehr. Sagen Sie es den Verschlafenen, Verdrossenen, Saumseligen, ‘Lätschernen‘ und ‘Lappernden‘ in diesem Lande.“
„Vigilia pretium libertatis – frei bleibt nur, wer auf der Hut ist!“

Kriminalstatistik aus Bayern

Die Süddeutsche Zeitung berichtet:

Zahlen, die verstören

… Berichte über Vergewaltigungen und Grapschen schienen sich zuletzt zu häufen. Die Zahlen, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag zur Kabinettssitzung mitgeteilt hat, zeichnen ein erschreckendes Bild: In den ersten sechs Monaten des Jahres sind demnach in Bayern fast 50 Prozent mehr Vergewaltigungen angezeigt worden als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt tauchen in der Statistik 685 Fälle auf. Die Zahl der Taten, die Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg um 91 Prozent auf 126 Übergriffe. Der Anteil der Zuwanderer an allen sexuellen Vergehen: 18 Prozent.

 

„Kanzlerwahlkampf“ 2017: Gutmensch gegen Gutmensch(in)?

O du schwacher,
Gut gesinnter, aber schwacher Mensch!
Wo da Not ist, denkt er, gibt es keine Güte!
Wo Gefahr ist, denkt er, gibt es keine Tapferkeit!
O Schwäche, die an nichts ein gutes Haar lässt!
O schnelles Urteil! O leichtfertige Verzweiflung!‘“

Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan

 

Trifft es zu: Ein Gutmensch* von der SPD „kämpft“ gegen eine Gutmenschin von der CDU?

Martin Schulz wurde schon mal – ironisch? – als „der gute Mensch von Würselen“ bezeichnet. Denn, hat er nicht anfang des Jahres seiner abgewirtschafteten Partei SPD zu Zustimmungswerten verholfen, die sie lange nicht mehr kannte? Er, der weiß, was es bedeutet, als Jüngstes von fünf Geschwistern im „Prekariat“ aufzuwachsen, dem Schule und Lehrer die „Chancengerechtigkeit“ versagten und ihn ohne Abitur ins feindliche Leben schickten, der sich 1 Jahr durch Arbeitslosigkeit kämpfte, der einen 10 Jahre währenden Kampf gegen den Diabolus Alkohol ausfechten musste, der sich dann im endlich erlangten Beruf von einem Italiener öffentlich als „Capo“ beleidigen liassen musste.
Martin Schulz will es seinem heiligen Namensgeber gleichtun und verspricht den Menschen die hier wohnen das Teilen des Mantels.
Er verspricht Gerechtigkeit für alle. Bildung soll für alle kostenlos sein – Abitur für alle. Männer sollen genauso viel verdienen wie Frauen. Nicht weniger Polizisten sollen Land und Menschen schützen. Einem Rentnerehepaar, dem die Miete drastisch erhöht werden soll, verspricht Schulz: „Ich werde die Wohnungsbaugesellschaft fragen, ob die einen Knall haben“. Und der Kanzlerin hat er einen Brief geschrieben, dass er nochmal mit ihr über einige Fragen sprechen möchte und sie dabei auf das Amt als Vizekanzlerin in seinem Kabinett vorbereiten.

Ihm gegenüber steht die Kanzlerin, Angela Merkel, die den Medien engelsgleiche.
Sie will ein „Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Sie verspricht das, „Was das Land zusammenhält“, auch wenn sie dabei Land und Volk zerstört. Sie verspricht „Sicherheit und Ordnung“, will aber noch mehr Kriminelle samt Anhang in das Land lassen. Willkommenskultur gilt denn wohl auch für „Gleichwertige Lebensverhältnisse – ländliche Räume fördern und stärken“. Man soll „Chancen im digitalen Zeitalter nutzen“ können, gleichzeitig werden Zensurgesetze erstellt. Sie meint, „Europa stärken heißt Deutschland stärken“: denn am deutschen Wesen könnte wieder mal die Welt genesen.

Wer ist nun der/die Bessere, der wählbare Gutmensch?
Anhand der hier nur etwas oberflächlich angesprochenen Wahlversprechen kann man das nicht festmachen, eint die Beiden doch Eines: politische und menschliche Banalität.

Martin Schulz hat den Nachteil (oder Vorteil?), dass er bisher politisch noch nichts geleistet oder auf die Beine gestellt hat, außer, im Europaparlament überhöhte Gehälter und getürkte „Kostenpauschalen“ abzuzocken. Merkel kann man an ihren Taten messen. Sie hat 12 Jahre lang konkret ihre Chancen genutzt, fast alle früheren Wahlversprechen von sich und ihrer Partei zu liquidieren. Was sie an Entscheidungen getroffen und ausführen hat lassen – Einführung des „Antidiskriminierungsgesetzes“, Abschaffung der Wehrpflicht, „Energiewende“, Grenzöffnung für Flüchtende, „Ehe für alle“ usw. usw. – hat sie nicht etwa getan, um gemäß ihrem Amtseid „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“, sondern aus kaltem Kalkül des Machterhalts. Indem sie dem politischen Gegner Argumente und Handelsfelder abspenstig machte!

Man sagt auch, ein Gutmensch ist jemand, der sich eine ideale Welt erträumt in der er sich einredet zu leben oder leben zu können. Das tut wohl keiner von beiden.
Gutmenschen folgen einer fixen Idee, die sie selbst im Angesicht von eindeutigen Beweisen und Argumenten nicht willens sind aufzugeben; sie sind dabei auch durchaus pathologisch und folgen dem Optimum ihrer fixen Idee, welche sie dann noch als ihre eigene Meinung ausgeben.

Schulz kommt dem schon näher als die eiskalte, „machiavellistisch“ kalkulierende Merkel.
Schulz ist wie viele Gutmenschen einer, der wie seine sozialistische Partei die menschliche Natur im Grunde nicht verstehen will. Der die persönlichen Unterschiede der Menschen in Talent, Antrieb, persönlichem Einsatz und Arbeitsethos usw. ignoriert. Darum hängt er dem Versuch nach, der Bevölkerung wirtschaftliche und soziale Gleichheit (Gerechtigkeit) aufzuerlegen – wie Gutmenschen dies tun möchten. Ein Politiker, ein Gesetzgeber, der die menschliche Natur versteht, wird keine Gesellschaft schaffen, welche die Bürger eines Landes überreguliert und überbesteuert, ihren Charakter verdirbt und sie zu Zöglingen des Staates macht, wie alle Linke dies tun wollen. Aktive Gutmenschen machen sich die Schwächen und Ängste zunutze, indem sie der Gesellschaft einreden, daß bestimmte Gruppen benachteiligt wären und sie deshalb ein Recht auf Vorzugsbehandlungen oder sonstige Kompensationen hätten. Gutmenschen lehnen die Eigenverantwortlichkeit des Individuums ab und ordnen das Individuum vielmehr dem Willen des Staates oder geschaffenen moralischen Autoritäten unter. Gutmenschen nähren immer wieder – nolens volens – die Gefühle von Neid und Mißgunst ihrer Mitmenschen.
Merkel verfolgt nicht nur persönlich, möglicherweise aufgrund ihrer nicht in Abrede zu stellender „Sozialisierung“, ebenfalls einige der oben genannten gutmenschlichen Ziele, sie lässt dies jedoch nicht so flagrant erkennen, wie ihr Mitbewerber dies tut – tun muss.

Es geht nicht darum, am 24. September den möglichst besseren Gutmenschen zu wählen, der dann mit seinem Programm weiterhin Land und Leute verderben kann. Deutschland braucht in diesen existentiell herausfordernden Zeiten keine „guten Menschen“ an der Spitze, sondern das, was man als „Staatsmann“ versteht und verstanden hat, dem gar ein Max Weber Respekt zollen würde, wie er es einst im Blick auf Bismarck tat. Aber da ist unseligerweise nichts und niemand in Sicht.

Für ein bildhaftes Fazit, was uns am 24. September 2017 beschäftigen könnte, soll noch ein Zitat aus „Der gute Menschen von Sezuan“ dienen, der Schluß:

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen. […]
Soll es ein andrer Mensch sein? Oder eine andere Welt?
Vielleicht nur andere Götter? Oder keine? […]
Sie selber dächten auf der Stelle nach
Auf welche Weis dem guten Menschen man
Zu einem guten Ende helfen kann.
Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss!
Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!“

 

Zum Glück haben wir dieses mal wenigsten eine noch kleine – aber wenigstens eine Alternative!

__________________________

* Wer sich noch eingehend über den Begriff des Gutmenschen informieren will, kann dies hier tun: http://www.achgut.com/artikel/eine_kleine_theorie_des_gutmenschentums/

 

12. September 2006 – Die „Regensburger Ansprache“ von Benedikt XVI.

Heute, am 12. September, jährt sich zum elften Mal die berühmt gewordene „Regensburger Ansprache“ von Papst Benedikt XVI. Der Papst sprach über das rechte Verhältnis von Glaube und Vernunft im Rahmen einer Vorlesung an der Universität Regensburg, an der der frühere Professor Joseph Ratzinger Dogmatik gelehrt hatte. Das in der Rede enthaltene islamkritischen Zitat des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaeologos sorgte, wie nicht anders zu erwarten, in der muslimischen Welt für einen Sturm der Entrüstung – ausgelöst und befeuert von den islamophilen Medien in und aus Deutschland. Der eigentliche Gehalt der Rede über Glaube und Vernunft wurde dabei völlig in den Hintergrund gedrängt und auch, dass Benedikt am Ende der Rede zum Dialog aufrief.

Hier der Mitschnitt dieser historischen Ansprache: