Der 30. Januar 1933 und die deutschen Katholiken

Ein „Memo“ für den gegenwärtigen Papst

Der Jesuitenpapst Franziskus wollte bei seiner jüngsten Warnung vor dem „Populismus“ uns Deutschen Nachhilfeunterricht in Geschichte erteilen: „Hitler hat nicht die Macht an sich gerissen. Er wurde von seinem Volk gewählt und danach hat er sein Volk zerstört“, sagte der Papst.
Da hat der Papst mit seinen eigenen populistischen Ausführungen nicht ganz recht, zumindest blendet er nicht nur als oberster Katholik einige historische Fakten aus. Also wollen wir auch ihm mal Nachhilfeunterricht erteilen.

Zum Zeitpunkt der sog. Machtübernahme war die NSDAP noch eine 30%-Partei. Gleichwohl ernannte der Reichspräsident Hindenburg in einer politisch völlig verfahrenen Situation Hitler zum Reichskanzler, der auch umgehend mit seinem Staats-Terror und der Errichtung seiner Diktatur begann.

Wer hat die NSDAP gewählt?
Es ist eine historisch belegte Tatsache, dass Hitler unter den deutschen Katholiken die geringste Zustimmung bekommen hatte, die beiden Karten belegen dies eindrücklich. Die Karte, die anschaulich die Verteilung der Stimmen zeigt, weist aus, dass in katholischen Regionen die NSDAP auffallend schwach vertreten war und dass umgekehrt dort, wo kaum Katholiken lebten, die Nationalsozialisten besonders gut abschnitten.

Quelle: Konrad Löw „Die Schuld“, Resch Verlag 2002

In dem Referenz-Werk des bekannten Mainzer Politikforschers Jürgen W. Falter „Hitlers Wähler“ (C.H.Beck-Verlag, München 1991) erfährt man im Kapitel „Konfession und NSDAP-Wahl“: „Hitler war vor allem in evangelischen Gebieten erfolgreich“, „Protestanten waren im Schnitt doppelt so anfällig gegenüber der NSDAP wie Katholiken“, „Katholizismus als Resistenzfaktor“.
Warum Protestanten anfälliger gegenüber den Nazis waren – sogar der prominente, später als Widerstandskämpfer verehrte evangelische Pastor Martin Niemöller war zunächst ein glühender Hitler-Verehrer – braucht jetzt hier nicht weiter ausgeleuchtet werden.

Die Wahlen im März 1933, bei denen die NSDAP 43 % erreicht fanden bereits unter der etablierten Diktatur statt: nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar wurde am 28. Februar umgehend die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt und der Weg freigeräumt für die legalisierte Verfolgung der politischen Gegner der NSDAP durch Polizei und SA. Die Reichstagsbrandverordnung war eine entscheidende Etappe in der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur.
Nebenbei: Bei der zuletzt korrekt ausgezählten Wahl am 5. März 1933 hatten die katholischen Partein Zentrum und BVP gar zwei Sitze mehr erreicht.
Es ist richtig, dass Hitler durch seine rigorosen innen- und außenpolitischen Maßnahmen zur Korrektur des Versailler Vertrags schließlich eine hohe Zustimmung im deutschen Volk erfuhr. Und wohin die Hitlerei führte, das wissen wir alle.

Der südamerikanische Papst sollte allemal auch an die katholische Widerstandsgeschichte in Deutschland erinnert werden, wenn er schon auf deutsche Geschichte rekurriert. Eine Geschichte, die sich mit 3000 ermordeten Priestern und Namen wie Bischof Galen, dem Prälaten Lichtenberg bis zu Pater Kolbe verbindet.
Aber das ist ja wohl wieder nicht statthafte „Relativierung“.

Post an einen designierten Vorsitzenden und angeblichen Kanzlerkandidaten

 

Sg. Martin Schulz,

„Hut ab!“, wie Sie die beiden höchsten Positionen, welche die SPD zu vergeben hat, an sich gezogen haben. Sie haben offensichtlich einen guten Draht zu ganz bestimmten Meinungsforschungsinstituten, die jetzt schon für Sie einen gleich hohen Beliebtheitsgrad festgestellt haben wollen, wie für die amtierende Kanzler-Darstellerin. Ob man sich auf diesen Vergleich etwas einbilden kann, wird inzwischen von mehr als einer Minderheit in der Bevölkerung als recht fragwürdig empfunden.
Jedenfalls ist der Noch-Vorsitzende der SPD und neuester Ober-Diplomat Deutschlands eingeknickt, denn es gab offensichtlich niemanden, keinen aus der Meute der SPD-Sympathisanten-Presse und der Jubel-Jauler im Rotfunk, der ihm noch irgendeine Chance für die entscheidende Wahl im kommenden September einräumen wollte.

Erlauben Sie, dass ich auf die für Sie vorgesehenen Posten kurz eingehe.

Sie werden uns schon jetzt als der neue Vorsitzende der SPD offeriert – der vierzehnte (!) seit 1946. Meines Wissens hat in der SPD immer noch ein Parteitag den Vorsitzenden und Vorstand zu küren oder einzusetzen. Ihre jetzt anscheinend schon unumstößliche Berufung erinnert fatal an die Gepflogenheiten eines Politbüros im real-existierenden Sozialismus: UdSSR und DDR lassen grüßen.
Hatte Berlusconi wohl mit der angeblich skandalösen Titulierung „Kapo Schulz“ recht? Wenn Sie sich einem Parteitag stellen müssen, brauchen Sie bei dem heutigen Stimmvieh in Ihrer Genossenschaft nicht fürchten, dass da noch einmal ein Revoluzzer und Populist wie einstmals Oskar Lafontaine auftreten wird und Sie in Ihrer rhetorischen und intellektuellen Beschränktheit wie weiland den designierten Kandidaten Scharping vorführt.

Der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird vom Bundestag gewählt. Oder irre ich mich? Ist es nicht eine Anmaßung, dass Sie jetzt schon glauben, im künftigen Bundestag eine derartige Mehrheit zu bekommen, um Kanzler werden zu können? Und vor allem zu glauben, dass ausgerechnet Sie für das Amt geeignet seien. Erst haben die Wähler das Wort, bevor überhaupt eine Partei Ansprüche für ihren sog. Kandidaten anmelden kann. Aber für die unzähligen Quatschquetscher in den Medien ist ja die „K-Frage“ – sogar mit Kapo Schulz – von konstitutiver Bedeutung und so werden Sie wohl bis dahin die ungerechtfertigte Aufmerksamkeit bekommen.

Sie erfahren ja jetzt schon Unterstützung von den „Kreativen“ in Berlin.
So liest man aktuell: Der Berliner Promi-Friseur Udo Walz (72) hat einen Tipp für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz (61) parat: eine andere Brille. „Ich rate ihm zu einer braunen Hornbrille, ein etwas größeres Gestell mit runden Gläsern, auffällig, markant und stylish – das kommt beim Wähler an“.
Braune Brille! Ist das vielleicht Ironie in der medialen Seifenoper „Der Barbier vom Kurfürstendamm“?
Walz war auch der „Stylist“ für Ihre „Konkurrentin“ Angela Merkel, was schon gar nichts an deren politischen Fähigkeiten und im Inneren ihres Kopfes geändert hat; nichts an der Hosenanzug-Positur und der Geneigtheit im Volk.

Willy Brandt hatte wenigstens noch Günter Grass, einen nachmaligen Nobelpreisträger als Beförderer. Ihnen hat sich schon mal ein rosa Bartscherer angeboten. Das passt in unsere Zeit.
Glückwunsch!

Sie tragen den frommen Vornamen Martin, dieses Heiligen, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat, um ihn vor dem Erfrieren zu bewahren.
Hat Sie dieser Name zu Ihrem politischen Handeln angeregt?
Bedenken Sie nur, es ist nicht Ihr Mantel, den Sie so gerne teilen. Es ist nicht Ihr persönliches Eigentum, es sind die Ersparnisse und Steuererträge von mir und Millionen Bürgern in Deutschland und in anderen (noch) prosperierenden Ländern Europas. Der „Schuldentilgungsfonds“, den Sie als politisches Wortgeklingel in Ihrer Position als Europa-Parlamentspräsident in die Welt setzten, ist nichts anderes als eine kontrakt-widrige , verschleiernde Umverteilungsmaßnahme zu fremden Lasten.

Herr Martin Schulz, Sie sind kein heiliger Martin, Sie sind ein Scheinheiliger im wahrsten Sinn des Wortes.
Sie haben persönlich nie etwas geteilt. Im Gegenteil, die Ämter, die Sie erreicht haben, gereichten Ihnen zu ungenierter persönlicher Bereicherung und zu einem äußerst warmen Mantel. Sie erinnern sich nicht? Ich weiß noch von der „Tagegeldaffäre“ und wie Sie sich damals (2014) ungeniert direkt aus dem Parlamentsfond – steuerfrei – persönlich bereicherten. Sogar die Ihnen sonst recht wohlwollende Presse berichtete naserümpfend darüber.

Nicht unwesentliche Publizisten sprechen gar schon von Ihnen als einem „Kriminellen“, der Kanzler werden möchte.

Im Jahre 2013 erschien im Spiegel ein Artikel, der eine Art – neudeutsch – „Advertising“ für Sie sein sollte. Das ging aber irgendwie daneben, denn so wohlmeinend war das nicht, was man hierbei über Sie erfahren konnte.

Da war u.a. über Sie zu lesen:

Es gebe nur ein Problem. Er sei, nun ja … etwas impulsiv. Auf so schöne Ausdrücke wie „Pfeifenheini“, „Rindvieh“, „dumme Gans“ oder „Armleuchter“ in Verbindung mit hohen EU-Repräsentanten und Regierungschefs muss daher in diesem (Spiegel-) Text verzichtet werden. Auf Titulierungen wie „Eierkopp“ wollten Sie hingegen nicht verzichten.

Weitere Zitate aus dem Spiegel-Artikel:

Über einen engen Mitarbeiter, Ihren Pressesprecher, sollen Sie gesagt haben:
„Der Eierkopp kriegt nichts. Dat is ein Fresskopp!“

Laut Spiegel war oder ist ein Lieblingsausspruch von Ihnen:

„Ihr seid alle entlassen!“

Soll das ironisch gemeint sein?

Zu Ihrem eigenen Anspruch als Politiker werden Sie vom Spiegel folgendermaßen zitiert:

„Ich schwitze den Machtanspruch ja aus jeder Pore“.
„Es gibt eigentlich nur eine Lösung: Ich muss an die Macht. Alle Macht zu mir.“
„Wenn Du so lange in Europa dabei bist wie ich, kennst du jedes Schwein.“

Glauben Sie mir, ich mag den „Spiegel“ auch nicht. Aber was da über Sie zum Besten gegeben wurde, ist von Ihnen niemals dementiert worden; und so dürfen es wir (und Ihre Partei) durchaus als bare Münze nehmen. Jedenfalls ist das alles nicht sehr schmeichelhaft!
Oder ist das auch Ironie?

Ein weiteres Zitat:

„Wenn Du so lange in Europa dabei bist wie ich, kennst du jedes Schwein.“

Sehr geehrter Herr Schulz: Sie sind demnach wohl ein „Schwein unter Schweinen“?
Die Antwort überlasse ich anderen.

Sie haben wahrhaftig großspurig den Anspruch aufgestellt, dass die SPD den Kanzler stellen soll. Sie möchten „das Land führen – in welcher Konstellation auch immer.“
Erlauben Sie, dass ich lache.
Was rechtfertigt Ihre überbordende Selbstüberschätzung?

In der ZEIT war zu lesen: Manche Leute hätten das regelrechte Bedürfnis, Sie anzufassen, wenn man Sie treffe, weil Sie so nahbar seien.

Ich möchte Sie weder treffen, noch gar anfassen – das überlasse ich Ihrem Bartschneider. Dem können Sie auch Ihr politisches Seemansgarn und Ihre Hirngespinste erzählen.

Nicht nur ich möchte mit Ihnen nichts zu tun haben, da Sie, nicht nur in meinen Augen, als „Schwein unter Schweinen“ – das ist Ihr persönliches Bekenntnis! – mit Ihren schändlichen und schädlichen Ansprüchen als das personifizierte Debakel für die einstmals große SPD und die Demokratie in Deutschland daherkommen!
Nicht Ihr ehemaliger Pressesprecher ist ein „Fresskopp“, der Ausspruch schlägt auf Sie zurück, denn Sie sind zweifelsohne der politische Fresskopp schlechthin. Und davor bewahre man uns und gerne auch die alte Tante SPD.

In durchaus geringschätzender Beachtung verbleibe ich,

ein ehemaliges Mitglied der einstmals großen SPD.

Ritalin – Die gefährlichste Droge der Westlichen Welt

 „Sozial-emotionale Störungen“

Aldous Huxley schildert in seinem utopischen Roman „Schöne neue Welt“ von 1932 wie mittels künstlicher Fortpflanzung, mechanischer und chemischer Konditionierung, Suggestionstechniken und Hypnopädie, Indoktrinierung, Befriedigung durch Konsum, Sex und die aphrodisierende Droge Soma, die Horrorvision einer neuen Gesellschaft entsteht. In seinem Vorwort dazu warnt er vor diesem, wie er es nennt „betriebssicheren System der Eugenik, darauf berechnet, das Menschenmaterial zu normen“. Diese Warnung wurde wohl nie beachtet.
Alles wird eingesetzt, um die „schöne neue Welt zu erzeugen“. Psychologie und Pädagogik glauben in Anlehnung an den Pawlowschen Hund – und in dessen Gefolge den Machbarkeitsphantasien des Behaviorismus – den Menschen quasi ein zweites Mal erschaffen zu können. „Social engineering“ ermögliche den neuen Menschen, der friedfertig und in allen Dingen nützlich ist. Und damit seien alle gesellschaftlichen Probleme lösbar. Man stürzt sich auf die Ergebnisse der Modewissenschaft „Hirnforschung“ und zimmert daraus eine „Neuropädagogik“ und „Neurodidaktik“ einschließlich der Manipulation durch den Einsatz von „cognitive-enhancing-drugs“ – auch bei Gesunden; Modifikationen der „Droge Soma“ von Aldous Huxley.
Ritalin gehört zu diesen Drogen.

In der schönen neuen Welt darf es keine Abweichungen von der Norm geben. Was „normal“ ist, wird unter anderem an den Kriterien des politisch Korrekten definiert und was der „staatsfeministischen Kultur“ – wie es durchaus zutreffend heißt – entspricht. Alles, was vom nicht nur staatsfeministisch Richtigen oder Guten abweicht, bekommt die Bezeichnung „sozial-emotionale Störung“. Und es sind fast ausschließlich Jungen, der männliche Part, der als sozial-emotional-gestört erkannt wird.
 Zur Definition des Abweichenden tragen wieder einmal mehr auch Ärzte, sprich Psychiater und in Teilen auch Kinderärzte bei.
Die Rolle, welche die Psychiatrie in den „real-sozialistischen“ Gesellschaften gespielt hat, ist hinreichend bekannt. Aber auch in den sogenannten freiheitlichen Gesellschaften des Westens trägt die Psychiatrie zur Mehrung ihres Einflusses und der Pfründe stetig durch Pathologisierung von Teilen der Gesellschaft und eigentlich Gesunder bei. Man denke unter anderem auch an den Burn-out-Hype und an die modische Traumafolgen-Obsession der Psychiater und Psychologen.
Seit den 90er Jahren geschieht eine rapid zunehmende Pathologisierung besonders von Jungen unter dem Aufkleber ADS oder AHDS.

Der „Zappelphilipp“ ist seit langem bekannt. Es war auch ein Frankfurter Psychiater,  Heinrich Hofmann, der in seinem „Struwwelpeter“ Mitte des 19. Jhdt. erstmals dieses „Syndrom“, das eigentlich viele Eltern seit jeher kannten, in die öffentliche Aufmerksamkeit führte. Zu der Zeit begannen dann auch andere Psychiater, unruhige Kinder zur Krankheitsgruppe des „affektiven oder moralischen Irreseins“ zuzuordnen.
 Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann „Unruhe“ bei Kindern von einigen Kinderärzten als „moral defekt“ angesehen.
In den 30er Jahren beobachtete ein Amerikaner zufällig einen „positiven“ Effekt des Stimulans Benzedrine auf Zappelphilippe. In der Folge kam es daraufhin zu einer Eskalation der Begrifflichkeiten:
1948 „minimal brain damage syndrome“,
1957: „minimal brain disorder“,
1960:„minimal brain dysfunction“
Der Durchbruch kam gewissermaßen, als das ADHS in das amerikanische Register DSM R-III  (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen), dem  Klassifikationssystem der American Psychiatric Association Aufnahme fand. Dieses Register ist inzwischen zum Diagnostik-Katechismus der Psychiatrie weltweit geworden.
 1995 wurde schließlich noch eine „Erwachsenen-Form“ dieser Störung beschrieben.
Sozial-emotionale Störungen sind der häufigste Beweggrund, vor allem Jungen zu pathologisieren. ADHS wird bei Jungen 5-6 Mal häufiger „diagnostiziert“ als bei Mädchen.
 Als gestört gilt ein Junge, wenn er zuhause, im Kindergarten oder der Schule nicht Folge leistet, sich häufig mit anderen Kindern „prügelt“ oder damit auffällt, dass er sich leicht ablenken lässt, nervös oder zappelig erscheint.
Außerhalb und auch in der Psychiatrie werden in der Medizin Krankheiten und Gesundheitsstörungen nach der ICD 10 (International Statistical Classification of Diseases der WHO) katalogisiert und erfasst.
Betrachten wir einmal die Kriterien der ICD, auf denen die Diagnose des ADHS sich gründet.
G1: Unaufmerksamkeit
… sind häufige unaufmerksam gegenüber Details, Sorgfaltsfehler bei den Schularbeiten oder sonstigen Arbeiten oder Aktivitäten;
… sind häufig nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben und beim Spielen aufrecht zu erhalten;
… hören scheinbar nicht, was ihnen gesagt wird;
… können oft Erklärungen nicht folgen oder ihre Schularbeiten, Aufgaben oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht erfüllen;
… sind häufig beeinträchtigt, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren;
… vermeiden häufig ungeliebte Arbeiten, wie Hausaufgaben, die geistiges Durchhaltevermögen erfordern;
… verlieren häufig Gegenstände, die für bestimmte Aufgaben wichtig sind, z.B. Bleistifte; Bücher, Spielsachen und Werkzeuge;
… werden häufig von externen Stimuli abgelenkt;
… sind im Verlauf der alltäglichen Aktivitäten oft vergesslich;
AHDS: Mindestens 6 Monate lang mindestens 6 der Symptome in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht angemessenen Ausmaß;

G2: Überaktivität
… fuchteln häufig mit Händen und Füßen oder winden sich auf den Sitzen;
… verlassen Ihren Platz im Klassenraum oder in anderen Situationen, in denen sitzen bleiben erwartet wird;
… laufen häufig herum oder klettern exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist …;
… sind häufig unnötig laut beim Spielen oder haben Schwierigkeiten mit leisen Freizeitbeschäftigungen;
… zeigen ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivitäten, die durch den sozialen Kontext oder Verbote nicht durchgreifend beeinflussbar sind.
ADHS: Mindestens 6 Monate lang 3 der Symptome, in einem mit dem Entwicklungsstand der Kinder nicht zu vereinbarenden Ausmaß

G3: Impulsivität
… platzen häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist;
… können häufig nicht in einer Reihe warten oder warten, bis sie bei Spielen oder in Gruppensituationen an die Reihe kommt;
… unterbrechen und stören andere häufig;
… reden häufig und exzessiv ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren;
ADHS: Mindestens 6 Monate lang mindestens eines der Symptome in einem mit dem Entwicklungsstand der Kinder nicht zu vereinbarenden Ausmaß

Die ADHS Diagnose basiert auf folgenden Kriterien:
G1 bis G3 wie dargestellt;
 Beginn der Störung vor dem 7. Lebensjahr

Die Kriterien sollen in mehr als einer Situation erfüllt sein (Schule, Klinik, zu Hause);

Deutliches Leid durch G1 bis G3 oder Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit.

Durchleuchtet man diese Kriterien, ist leicht zu erkennen, dass es sich um ganz „weiche“ Merkmale handelt, die unschwer einem willkürlichen Gebrauch unterworfen werden können.
Zum Skandal der zunehmenden Stigmatisierung eigentlich gesunder Kinder gesellt sich der Skandal des Einsatzes einer massiven chemischen Keule zur Behandlung dieser angeblichen Krankheit.
In den letzten Jahren nahm die Häufigkeit der „diagnostizierten“ Fälle von ADHS in einem erschreckenden Ausmaß zu. Dies lässt sich direkt ablesen am Verbrauch bzw. an den verordneten Mengen der Psychodroge Methylphenidat = Ritalin.
1995 wurden gerade mal 34 kg Methylphenidat in deutschen Apotheken abgegeben. 2011 waren es 1791 kg!


Die Zahlen sprechen für sich und können einem Angst und Bange machen.
So ist nach den Ursachen zu fragen. 
Ich behaupte, dass nicht die Zahl der „Kranken“, sondern allein die Zahl an Diagnosen zugenommen hat – ermöglicht durch diesen manipulierbaren Kriterienkatalog.

Wem nützt das?

Da ist natürlich der viel und zu Recht gescholtene „Medizinisch-Industrielle-Komplex“ der fraglos den Hauptnutzen hat.
 Dann – wie schon in Teilen ausgeführt – das gesellschaftliche Klima mit dem ideologischen Dauerbeschuss der Menschen durch staatlich alimentierte Institutionen und eine fragwürdige Wissenschaft.
Dem sind immer mehr verunsicherte, in ihrem Selbstbewußtsein und in ihrer Moral geschwächte und orientierungslose Eltern ausgeliefert. Und dazu kommt eine in nicht unerheblichen Anteilen durch die 68er Ideologie verbogene Lehrerschaft, Erzieher und Psychologen.

Die Droge Ritalin

Wie vorstehend beschrieben, begann die Geschichte der Pharmakotherapie des „ADHS“ mit der Beobachtung, dass Benzedrine – ein Amphetamin-Abkömmling wie Ritalin® – auf Zappelphilippe eine beruhigende Wirkung hat. Wenn eine stoffliche Substanz auf eine Verhaltensauffälligkeit wirke, müsste diese Verhaltensauffälligkeit auch eine biologische bzw. organische, also keine psychosoziale Ursache haben. So ein gern gewählter Zirkelschluss nicht nur in der Psychiatrie. Es hat auch eine „entlastende“ Wirkung auf die Beteiligten. Eltern müssen sich keine Gedanken über möglich Erziehungsfehler oder eigenes Fehlverhalten machen. Die direkt Betroffenen können sich entlasten, da sie doch für einen möglicherweise genetisch bedingten „Hirndefekt“ nicht verantwortlich gemacht werden können. Ob die betroffenen Kinder das tatsächlich so sehen können, sei dahingestellt.
Fakt ist: es gibt keinen objektiven Test der den in der Organ-Medizin zu fordernden naturwissenschaftlichen Kriterien entspricht, um ADHS zu diagnostizieren. Es stehen nur die willkürlichen Konstrukte aus dem ICD 10 und dem DMS zur Verfügung (siehe oben).
Der „Erfinder“ des „ADHS“ der US-Psychiater Leon Eisenberg sagte schließlich vor seinem Tod: „ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.“

Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine, welche auch vielen Nichtmedizinern als Aufputschmittel geläufig sind.
Amphetamine wurden z.B. im 2. Weltkrieg verwendet, um Soldaten zu höherer Leistungsfähigkeit, Ausdauer und auch Aggressivität zu stimulieren: Stichwort Pervitin. In den 50er Jahren wurden Amphetamine zur allgemeinen Leistungssteigerung und als Mittel gegen Übergewicht – als Abmagerungspille – eingesetzt: Stichwort Preludin. Da mit diesen Mitteln eine Suchtgefahr verbunden ist und auch psychotische Entgleisungen, wurden diese Präparate dem Betäubungsmittelgesetz unterworfen. Ernst Udet, ein berühmtes Fliegerass, war eines der prominentesten Opfer der Amphetamine. Abhängig von Alkohol und Pervitin hat er sich erschossen.
Die Modedrogen Ecstasy und Speed sind Amphetamine.

Ritalin gehört somit zur Gruppe von aufputschenden Substanzen, es muss demnach bei „ADHS“-Kindern, die sich ja durch Überaktivität und Hippeligkeit auszeichnen eine gegenteilige – eine „paradoxe“ – Wirkung erzeugen. Ein Effekt, welcher bei einem Medikament von vornherein stutzig machen muss.
Das von der Pharmaindustrie unabhängige „Arzneitelegramm“ schreibt :

Die Verwendung von Psychostimulantien für hyperaktive Kinder, die durch überschießende Motorik, Aufmerksamkeitsstörungen, mangelhafte Impulskontrolle und emotional überschießende Reaktionen auffallen, erscheint paradox. Amphetaminabkömmlinge wirken jedoch offensichtlich, indem sie agitationsvermittelnde Neurone hemmen. Zahlreiche Doppelblindstudien von überwiegend kurzer Dauer (im Mittel sieben Wochen) lassen einen Nutzen von Methylphenidat (RITALIN) im Vergleich zu Plazebo erkennen… etwa 70% der Kinder erfüllen Aufgaben, die anhaltende Aufmerksamkeit erfordern, besser. Unter Plazebo sind es nur 30% bis 40%. Lernstörungen und Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens lassen sich durch Stimulantien nur marginal beeinflussen. Belege für einen Langzeitnutzen finden wir nicht.
Nur Kinder über sechs Jahre dürfen im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie RITALIN erhalten…
Mit Schlafstörung, Angst, Weinerlichkeit, Wachstumsverzögerung (mehrmonatige Einnahmepausen erforderlich), Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Auslösung von Tics und Verhaltensstereotypien sowie erhöhter Krampfbereitschaft ist zu rechnen. Mißbrauch und Abhängigkeit scheint weniger ein Problem der Kinder, sondern der betreuenden Eltern und Kontaktpersonen zu sein.

Es gibt immer mehr Berichte, dass auch unter den „Kids“ der Missbrauch zunimmt. Ritalin wird als „Vitamin-R“ gehandelt und die Aufbereitung von Ritalin als Pulver zum „Schniefen“ wird als Eratzdroge für Ecstasy und Speed auf den Schulhöfen gehandelt.
Kommen wir noch einmal zu den psychiatrischen (Neben)Wirkungen. Das „Bundesinstitut für Arneimittel und Medizinprodukte“ stellt fest:

Psychiatrisches Risiko
Die in klinischen Studien aufgetretenen psychiatrischen unerwünschten Ereignisse von besonderer Relevanz in Zusammenhang mit Methylphenidat waren unter anderem Aggression, gewalttätiges Verhalten, Psychose, Manie, Reizbarkeit und Suizidverhalten. Aus den Informationen über einen Arzneimittel-Auslassversuch, sofern vorhanden, ging hervor, dass Methylphenidat eine kausative Rolle bei der Entwicklung schwerwiegender psychiatrischer Störungen spielen könnte.
Die am häufigsten gemeldeten psychiatrischen unerwünschten relevanten Ereignisse aus Spontanmeldungen waren Verhaltensauffälligkeiten, anomales Denken, Wut, Feindseligkeit, Aggression, Agitation, Tick, Reizbarkeit, Angststörung, Weinen, Depression, Schläfrigkeit, verstärkte ADHD, psychomotorische Hyperaktivität, emotionale Störung, Nervosität, psychotische Störung, Stimmungsschwankungen, morbide Gedanken, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsveränderung/- störung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustand, Halluzinationen, Lethargie, Paranoia und Suizidverhalten.
Die Prüfung der vorklinischen Daten in den Antworten zeigt, dass Methylphenidat in Tiermodellen Verhaltensveränderungen, hauptsächlich in Form von Hyperaktivität und stereotypem Verhalten, hervorruft.

Aus der Fachliteratur geht auch hervor, dass Methylphenidat psychiatrische Störungen bei Patienten mit ADHD verstärken kann. Es wurde auch auf die Schwierigkeit bei der Feststellung der Auswirkungen von Methylphenidat aufgrund der Komorbidität von ADHD und psychiatrischen Störungen in den meisten Studien hingewiesen.

Nochmal die Frage, wem nützt das? Warum verschreiben immer mehr Ärzte unkritisch eine derartig gefährliche Substanz? Was haben Lehrer und Erziehungspersonen davon, wenn sie zur Verordnung von Ritalin drängen?
Es ist ein gesellschaftliches und kein individuelles „Leidensproblem“. Ich darf nochmal an mein Schlußfolgerungen im ersten Kapitel verweisen.

Zusammenfassung:

Ritalin® ist eine Droge,

  • Die allenfalls auf gewisse Symptome bei Kindern mit dem Krankheitskonstrukt ADHS wirken mag, die aber nichts heilt.
  • Die die Fähigkeiten einer Person grundsätzlich verringert.
  • Die, wie auch Ecstasy, Speed und Kokain, in den Dopamin- und Noradrenalinhaushalt im Gehirn eingreift.
  • Die auf das Bewußtsein wirkt und Symptome von geistiger Krankheit erzeugt.
  • Die auch auf die körperliche Entwicklung bei Kindern nachteilige Wirkungen zeigt.
  • Die Sucht und Abhängigkeit erzeugen kann.
  • Die Unruhe, Aggressivität und Übererregbarkeit hervorrufen kann.
  • Die psychotische Reaktionen mit Sinnestäuschen auslösen kann (von Selbstmorden und Selbstmordversuchen bei Kindern wurde vermehrt berichtet).
  • Die beim Absetzten heftige Reaktionen zur Folge haben kann.
  • Die, wie jede andere Droge, noch über viele Jahre nach Absetzen auf geistige Prozesse nachwirkt.
  • Die durch den massenhaften Einsatz und Missbrauch sozio-kulturelle Probleme verschärft.
    _________________________________
    Quellen:
    http://sciencefiles.org/
http://allpsych.com/disorders/dsm.html
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3161.3163.3164
http//www.aerzteblatt.de/archiv/40288

(K)Ein Traumberuf: SPD-Vorsitzender

 

Quelle: SpiegelOnline

Wolfram Weimer schrieb 2009 bei achgut: „Es gibt Aufgaben, die wünscht man nicht einmal seinem Feind: Trainer bei Hertha BSC, Fliege bei Obama, Zahnarzt beim weißen Hai oder Vorsitzender der SPD…“

Betrachten wir die Reihe der SPD-Vorsitzenden von 1946 bis heute.

Da war Kurt Schumacher (1946 – 1952), der letzte absolute Patriot der SPD, ein aufrechter Mann, der 12 Jahre durch die Hölle der Konzentrationslager ging. Einer der „Gründungsväter“ der Bundesrepublik. Konsequent in der Ablehnung einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten. Er starb damals „im Amt“.

Während der Amtszeit von Erich Ollenhauer (1952 – 1963) wandelte sich die SPD mit dem Godesberger Programm zur Volkspartei. Wobei Erich Ollenhauer aber dabei nicht gerade die führende Rolle innehatte. Ich habe ihn kurz vor seinem Tod als Junge einmal persönliche erleben können. Er erschien mir, dem politisch noch unbedarften 15-Jährigen, wie ein guter Onkel, der irgendwo bei einer Behörde beamtet ist und Bleistifte spitzt. Kein bleibender Eindruck, aber eine wichtige Person für die junge Bundesrepublik. Er starb ebenfalls im Amt und wurde von Willy Brandt beerbt.

Willy Brandt (1964 – 1987) gilt als die herausragende Gestalt nicht nur der deutschen Sozialdemokratie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich hielt ihn zwar im Vergleich mit anderen Politikern seiner Zeit für einen nicht wirklich guten Redner; aber trotz „schlechter“ Rhetorik bin ich ihm damals in manchem gefolgt. Im Amt als Bundeskanzler zeigte sich bald, dass sein gerühmtes Charsima für das Amt nicht ausreichend ist. In den ersten Jahren der sozial-liberalen Koalition wurden unter dem SPD-Vorsitzenden und Bundeskanzler Brandt Gesetzesvorhaben exekutiert, an denen unser wirtschaftliches und soziale Gefüge bis heute zu leiden hat. Nicht die Guillaume-Affäre führte zwingend zu seinem Sturz, sondern der Verlust an Realitätssinn im Überschwang der Reformvorhaben – bei bereits dräuendem Unheil in der Wirtschaft und den sozialen Sicherungssystemen. Herbert Wehner – über Brandt damals: „der Herr badet gern lau…“ – war dann Richter und Henker zugleich.
Brandt, der es verstand, mithilfe der schon linkslastigen Medien sich zu einer Ikone zu stilisieren, zeigte sich dann auch besonders wankelhaft. Er vollzog einen Linksruck und fiel dem angesehensten Kanzler, den die SPD je hatte, Helmut Schmidt, bei der Nachrüstungsdiskussion in den Rücken. Das führte neben wirtschaftspolitischen Konflikten zum Platzen der SPD-FDP-Koalition. Schließlich wollte Brandt als Vorsitzender den Genossen eine Generalsekretärin zumuten, die einen (griechischen) „Migrationshintergrund“ hatte (die spätere, ablegte Lebensgefährtin von Friedhelm Pflüger). So was wurde damals vom SPD-Parteivolk (noch) in keiner Weise goutiert. Brandt musste zurückrudern. Besonders verstörend erschien mir dann sein Kampf im Pakt mit der von der DDR gesteuerten „Friedensbewegung“. In negativer Erinnerung sind mir dabei seine Auftritte mit dem „Pietcong“ der SPD , Erhard Eppler zusammen mit den grölenden grün-linken und kommunistisch „friedensbewegten“ Massen bei der Hofgarten-Demonstration in Bonn. Zu der Zeit machte sich auch ein ganz besonderer „Enkel“ namens Oskar schon unangenehm bemerkbar.
W. Brandt hat sich beim Fall der Mauer in einer patriotischen Weise geäußert, die er vorher bei der „deutschen Frage“durchaus vermissen ließ und die niemand mehr erwartet hatte.

„Opa“ Willy wurde 1987 von Hans Jochen Vogel (1987 – 1991) abgelöst, der – so sagten böse Zungen – ein Charisma hatte, das seiner Vorliebe für Klarsichthüllen entsprach. An Vogel als Parteivorsitzenden erinnert sich heute kaum noch jemand.

Dann durfte endlich ein „Enkel“ ran.
 Björn Engholm (1991 – 1993), ein Pfeifen-zutzelnder Schnullermund und Schöngeist aus Schleswig-Holstein, der beim Lügen ertappt und daraufhin in die partei- und bundespolitische Wüste geschickt wurde:
  Untergang eines „Hoffnungsträgers“.

Mit Rudolf Scharping (1993 – 1995), dem Enkel Nr. 2, hatte die SPD wieder kein Glück. Wo hat es das gegeben, dass ein Vorsitzender dieser so großen Partei, wie die SPD, mit einer einzigen demagogischen – zugegeben fulminanten – Rede eines zunächst nicht als Widersacher erkannten „Parteifreundes“ auf einem Parteitag von jetzt auf gleich aus dem Amt gejagt wurde. Rudolf wurde dann auch noch wegen lascher Pflichterfüllung als Verteidigungsminister nach Pool-Spielchen mit einer Gräfin von einem weiteren Parteifreund, seinem Kanzler Gerhard Schröder, als Minister (zurück)getreten.

Der Demagoge und Populist, der Scharping zu Fall brachte, war der Enkel Nr. 3: Oskar Lafontaine (1995 – 1999). Nicht nur nach meiner Meinung das Obera..l…ch der SPD in den letzten 40 Jahre. Sein Abgang 1999 – Schröder hatte nachgeholfen – wurde von vielen Genossen als entwürdigend und beleidigend für das Amt, die SPD, angesehen; war aber dem Salon-Bolschewiken, dem Rotwein- und Rotlicht-Freund durchaus gemäß.

Dann kam Enkel Nr. 4, Gerd Schröder (1999 – 2004). Der begnadetste Selbstdarsteller mit Mediengespür, den die SPD je an der Spitze hatte. Nur nicht begnadet als Parteivorsitzender.

Kanzler und Parteivorsitzender, das geht bei der SPD nicht gut (siehe Willy Brandt).

Gas-Gerd gab aus „taktischen“ Gründen an Franz Müntefering (2004 – 2005) ab. Münte, der alte Knorz, gab sich so, wie man es erwartet, wenn man an seine Heimat  Sauerland denkt. Münte qualifizierte sich gar als ein Entomologe (Insektenkundler) auf dem Thron des Vorsitzenden, indem er die „Heuschrecken-Metapher“ erfand.

Indem man mal wieder einen netten Kerl an der Parteispitze haben wollte, wurde der einstmalige Erfolgs-Ossi der SPD Matthias Platzek (2005 – 2006) ausgesucht. Platzek war aber zu nett und zu schwach zu sich und zu den vorhanden Problemen eingestellt und das musste in einem sekundäre Krankheitsgewinn im Rücktritt enden.

Nachdem es mit dem Erfolgs-Ossi nichts geworden war, holte man den letzten verbliebenen Erfolgs-Wessi unter den Ministerpräsidenten, Kurt Beck (2006 – 2008) aus Rh.-Pfl. Der biedere Elektromeister aus der Provinz erwies sich aber als nicht Metropolen-, heißt, nicht Berlin-kompatibel, wurde vom Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier als Problembär angesehen und in einer wenig feinen Intrige von seinen Genossen abgewickelt.

Den Retter in der Not sollte dann noch einmal der Heuschrecken-Schreck, die knorzige Eiche aus dem Sauerland, Franz Münterfering (2008 – 2009) spielen. Die sauerländische Eiche war aber schon unheilbar vom Eichenspinner befallen und musste schließlich gefällt werden.

Nach Willy Brandt war offensichtlich keiner in der Lage, dieses “schönste Amt der Welt – neben Papst” (F. Müntefering) SPD-würdig und mit nachhaltiger Wirkung für die Partei auszufüllen.

“Die Rettung kommt aus den Bergen“ sagte einst Franz J. Strauß.
Aber diesmal nur aus einem Mittelgebirge. Der Harzer Roller, alias Sigi-Pop, der Glühbirnen-Killer und Atom-Terminator aus Goslar sollte es richten: Sigmar Gabriel (2009 – 2017)!
Wie heruntergekommen ist die SPD, dass sie auf diese Personalie angewiesen ist, fragte ich mich damals. Auf diesen feisten Mann, der so wenig sympathisch wirkt, einem eingebildeten Rüpel mit schiefem Mund.
 Wolfram Weimer bezeichnete ihn denn auch als den „Lothar Matthäus der Politik“. Was ich für unfair gegenüber “Loddar” Matthäus halte, denn der hat als Fußballer doch einiges geleistet.
S. Gabriel hat in der Bilanz bisher noch nichts Herausragendes zuwege gebracht. Gut, er war Ministerpräsident in Niedersachsen von 1999 bis 2003. Anschließend übernahm er das neugeschaffene Amt des „Beauftragten für Popkultur und Popdiskurs der SPD“ – kurz Popbeauftragter (Wie blöd ist das?). Von 2005 bis 2009 war er dann in der 1. GroKo Umweltminister, ab 2103 gar Wirtschaftsminister in der „Regierung Merkel“.
Jetzt ist er als Parteivorsitzender zurückgetreten und damit auch als Kanzlerkandidat abgedankt, wie die SPD-Postille „Der Stern“ exklusiv vermeldet. Der Rücktritt sei seine „Pflicht als Parteivorsitzender“, sagte Gabriel der Wochenzeitung. Weiter: „Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern und mit mir die SPD.“
Die Entscheidung von Gabriel nötigt Respekt ab. Respekt vor der Einsicht eines Politikers (!) in eigene Schwächen und Unzulänglichkeiten, die sich in seiner Politikerkarriere angehäuft hatten.
Den „Unsympath“ nehme ich hiermit zurück!

Die ehemals große Volkspartei SPD, u.a. einst ein Garant für die Stabilität der Demokratie und des sozialen Gefüges in Deutschland, hatte solche Vorsitzende wie zuletzt nicht verdient. Wie auch die CDU nicht eine Merkel! Aber beide Parteien hatten schon vor langer Zeit begonnen, abzuwirtschaften, sich selbst zu zerlegen.
Vielleicht wird das von Gabriel bleiben: er hat sich aus Respekt vor der großen Tradition seiner Partei einsichtig zurückgezogen.
Was da nachkommt, verheißt nur noch Schlechteres. Es kommt nichts Besseres nach, sagt der Volksmund.

Martin Schulz (?-?), Buchhändler, einstmals auch Bürgermeister von Würselen, dann Europa-Parlamentarier und zuletzt Präsident des Europaparlaments mit Ehrgeiz auf Höheres. Gott bewahre uns und die SPD vor „Kapo Schulz“, möchte man ausrufen. Wahrscheinlich darf ein Schulz bald die gute alte, schwer abgetakelte Tante SPD endgültig zur Ruhe tragen und hiernach hat sich vielleicht sogar ein Schulz doch um etwas verdient gemacht: SPD – R.i.P!

Möge sich die SPD doch mit der legendären Lothar-Matthäus-Weisheit trösten: „Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!“

Europa ist nicht mehr Europa

Oriana Fallaci

Quelle: pinterest.com

„Europa ist nicht mehr Europa, es ist ‚Eurabia‘, eine islamische Kolonie. Der Vormarsch des Islam findet dort nicht nur im wörtlichen Sinne statt, sondern auch geistig und kulturell. Eine hündische Ergebenheit gegenüber den Eindringlingen hat die Demokratie vergiftet, mit offensichtlichen Auswirkungen auf die Gedankenfreiheit wie auch auf die Idee der Freiheit ganz allgemein.“

Wie lange ist es her, dass Oriana Fallaci ihr kämpferisches und provozierendes Buch „Die Wut und der Stolz“* geschrieben hat? Hat sich nicht inzwischen eine Menge geändert, als dass man auf eine vielleicht schon „angejahrte“ Schrift aus dem Jahre 2002 zurückgreifen müsste?
Das Buch entstand aus einem Essay für eine große amerikanische Zeitung zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Fallaci konfrontierte mit dem Zeitungsbeitrag und dem nachfolgenden Buch die westliche Welt mit der Tatsache des Islams als aggressive und expansive Religion und Ideologie.

Der Islam strebt nach religiöser Weltherrschaft, was sie mit Beispielen, Zitaten und ihren Interviews mit islamischen Machthabern belegt. Wo der Islam Einfluss hat, duldet er keine andere Religion als ebenbürtig oder gleichberechtigt, die islamische Welt führt einen Krieg gegen die westliche Welt, das ist ihre dokumentierte These:

„Was durch die kriegerischen Eroberungszüge des Osmanischen Reiches nicht gelang – nämlich die Eroberung Westeuropas und damit die Unterwerfung des Christentums –, soll nun durch die subtile Methode der „demographischen Eroberung“ nachgeholt werden. Stück für Stück würde die Scharia in einem „Marsch durch die Institutionen“ eingeführt werden.“

Der nachfolgende Text ist nur ein kleiner Auszug aus diesem kämpferischen und wagemutigen Buch. Was Fallaci damals ausführte, ist heute aktueller, als es je war.
Die Bezugnahme auf Italien kann leicht in einen anderen lokalen und auch gegenwärtigen Konnex abgewandelt werden. Die Städte könnten Berlin, Köln, Düsseldorf, München usw. heißen, „Italien“ kann durch „Deutschland“ oder ein anderes westeuropäische Land ersetzt werden.

So ist es in Turin, zum Beispiel. In Turin, das Italien schuf und heute gar keine italienische Stadt mehr zu sein scheint. Man kommt sich eher vor wie in Dhaka, Nairobi, Damaskus oder Beirut. So ist es in Venedig. In Venedig, wo die Tauben auf dem Markusplatz den Typen gewichen sind, die so gar Othello (doch Othello war ein großer Herr) ins Meer werfen würde. So ist es in Genua. In Genua, wo die wundervollen Palazzi, die Rubens so sehr bewunderte, von ihnen besetzt wurden und jetzt verfallen wie vergewaltigte schöne Frauen. So ist es in Rom. In Rom, wo die Politik jeglicher Couleur sie verlogen und voller Zynismus umwirbt in der Hoffnung auf ihre zukünftige Stimme. Und wo selbst der Papst (damals Johannes Paul II., d.Red.) sie beschützt, der davon träumt, wie ich vermute, nach Kabul und Islamabad zu reisen. (Heiligkeit, warum im Namen des Einen Gottes nehmen Sie die Leute nicht bei sich im Vatikan auf? Alle. Die Banditen, die Verkäufer, die Prostituierten, die Drogenhändler, die Terroristen. Unter der Bedingung natürlich, dass sie nicht auch die Sixtinische Kapelle und die Statuen von Michelangelo und die Gemälde von Raffael voll scheißen.)
Nun gut. Jetzt bin ich es, die nicht versteht. Diese Leute werden in Italien »ausländische Arbeitnehmer« genannt. Oder Arbeitskraft-die-gebraucht-wird. Und daran, dass einige Söhne Allahs arbeiten, besteht gar kein Zweifel. Die Italiener sind so vornehm geworden. Wie die übrigen Europäer. Sie fahren im Urlaub auf die Seychellen, verbringen Weihnachten in Paris. Sie haben ein englisches Kindermädchen und farbige Hausangestellte, schämen sich, Arbeiter und Bauern zu sein. Sie wollen alle der reichen Bourgeoisie angehören, Unternehmer und Professor sein. Man kann sie nicht mehr mit dem Proletariat in Verbindung bringen, und jemanden, der für sie arbeitet, muss es ja geben. Doch die, von denen ich spreche, was für Arbeiter sind das? Welche Arbeit tun sie? Auf welche Weise decken sie den Bedarf an Arbeitskraft, die das ehemalige italienische Proletariat nicht mehr bereithält? Indem sie in der Stadt biwakieren unter dem Vorwand, »Waren« zu verkaufen, Drogen und Prostituierte eingeschlossen? Indem sie herumlungern und unsere Denkmäler verschandeln? Indem sie sich auf Kirchenvorplätzen betrinken und ehrwürdigen Damen, die auf der Straße vorbeigehen, Obszönitäten nachrufen, ihnen an den Busen grapschen nach dem Motto ich-kenne-meine-Rechte? Und dann gibt es noch etwas, das ich nicht verstehe. Wenn sie so arm sind, so Not leidend, wer gibt ihnen dann das Geld für die Reise nach Italien per Schiff oder Schlauchboot? Wer gibt ihnen die zehn Millionen Lire pro Kopf (mindestens zehn Millionen), die sie brauchen, um die Reise zu bezahlen? Also fünfzig Millionen für eine fünfköpfige Familie, eine Summe, die gerade für eine Reise aus dem sehr nahen Albanien genügt. Doch nicht etwa die Usama Bin Ladens, mit dem Ziel, Terroristen der AI Qaida zu exportieren? Doch nicht etwa die Prinzen des saudi-arabischen Königshauses, die ihr Territorium erweitern wollen, wie es ihre Vorfahren in Spanien und Portugal gemacht haben? Ich glaube nicht an ein unschuldiges und spontanes Naturphänomen. Sie sind viel zu heimtückisch, zu gut organisiert, diese ausländischen Arbeiter. Darüber hinaus pflanzen sie sich unaufhörlich fort. Die Italiener bekommen keine Kinder mehr, diese Dummköpfe. Die übrigen Europäer auch nicht. Unsere »ausländischen Arbeiter« dagegen vermehren sich wie die Ratten. Mindestens die Hälfte aller moslemischen Frauen, die man auf der Straße sieht, sind von Kinderhorden um geben und schwanger. In Rom haben gestern drei Frauen in der Öffentlichkeit ein Kind geboren. Eine im Bus, eine im Taxi und eine auf der Straße …

Starker Tobak! Provozierende Sätze, welche den Gutmenschen nach dem Staatsanwalt rufen lassen: Rassismus, Volksverhetzung, Nazisprache usw.
Das Ganze wurde vor 15 Jahren verfasst und hat damals bis heute augenscheinlich nicht genügend aufgerüttelt, nicht die Wirkung nach sich gezogen, die Orianna Fallaci, die 2006 verstorben ist, sich mit ihren „Predigten“ erhofft hatte. Aber sie war dazu auch zu „kulturpessimistisch“ oder auch nur realistisch eingestimmt. Denn da gab und gibt es diese „Idioten und Zikaden“ aus den Medien, der Politik, der angeblichen Eliten, deren Macht und Einfluss, deren Ignoranz sich bis heute nicht geändert haben.
Fallaci belegte in ihren Büchern eindrücklich, dass man es wissen kann, was man sich mit einer hündischen Ergebenheit einhandelt.
Eine Stimme wie Oriana Fallaci fehlt uns in diesen Zeiten. Eine Journalistin und Autorin, die ihr Leben lang „Standing“ bewiesen hat und trotz Schmähungen, Gerichtsverfahren und Todesdrohungen sich nicht abbringen hat lassen, ihre Stimme zu erheben. Die Khomeini bei ihrem legendären Interview den Tschador vor die Füße geworfen hat. Die nie auf dem Rückzug war oder eingeknickt ist (so wie man es einmal mehr jüngst von einem männlichen Journalisten mit angeblichem „Standing“ hierzulande erleben durfte).

Wen es in diesem Zusammenhang interessiert, wie man sich schon damals in intellektueller Dünkelhaftigkeit über das Buch bzw. die Thesen von O. Fallaci äußerte, der lese nur die Rezensionen aus der „Qualitätspresse“ nach.

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*List Verlag, München 2002

 

Es reicht, gnädige Frau!

Eine Ansprache an Frau Merkel

Warum verachte ich Sie nur, Frau Merkel? Warum halten viele Sie für die Verkörperung des missgünstigsten Geschicks, das man sich für unser Land vorstellen konnte? Für eine Zerstörerin all dessen, was vielen von uns nicht nur im politischen Leben heilig war und ist.
Ich will es Ihnen hier einmal deutlich sagen.

Sie waren eine Neuheit in der bundesdeutschen Politik, als Sie ausgerechnet aus ihrem bis dahin eher verdrucksten Politikdasein auftauchten, als sich Kohl, Schäuble und fast die ganze Führungsmannschaft der CDU in der unseligen Schwarzgeldaffäre auf lange Sicht kompromittiert hatten (mit gehässiger Nachhilfe durch die linksgestrickten Informationsmedien). Gerade als der deutsche Michel geglaubt hatte, sein Geschick in die Hände der sozialistisch-kommunistisch geprägten Kamerilla von Rot-Grün legen zu müssen, haben Sie sich mit einem perfiden Verrat an ihrem einstmaligen Gönner und Mentor Helmut Kohl den Heuschrecken in den Medien und sonstigen linken Kooperativen angedient.

Und so zieht sich denn auch der Verrat wie ein leitendes Prinzip durch Ihre Karriere.

Wer waren Sie bis dahin? Eine unbeholfen wirkende, unattraktive vormalige FDJ-Aktivistin mit einem logopädischen Problem.
Erinnern Sie sich, meine Dame, dass sie durch einen ausgewiesenen Stasi-Spitzel, nämlich Wolfgang Schnur, über den Hebel des „Demokratischen Aufbruch“ bei Kohl eingeführt wurden?
Kohl musste mit dem Klammerbeutel gepudert gewesen sein, Sie gleich als Familienminister, dann als Umweltminister einzusetzen. Ich entsinne mich nicht einer erinnerungswürdigen Maßnahme oder Verlautbarung von Ihnen in diesen Ämtern. Sie waren damit mitverantwortlich, dass die CDU 1998 bei der Bundestagswahl eine krachende Niederlage, das schlechtestes Wahlergebnis seit 1949 eingefahren hat. Dass Schäuble Sie dann als Generalsekretär der CDU installierte, ließ neben der Rückenmarksverletzung auch eine höhere sitzende Schädigung des damaligen Not-Vorsitzenden der CDU vermuten. Sie haben ihm diese Fehlleistung wie ihrem Mentor Kohl gedankt: mit dem Dolch in den Rücken.
Ich weiß nicht, wer den Artikel vom 22. Dezember 1999 als Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wirklich verfasst hat, oder wer Ihnen dabei die Hand geführt hat, um Kohl in den Rücken zu fallen und um die CDU von ihm abzunabeln. Mit Ihrer „Aufarbeitung“ der Schwarzgeldaffäre haben Sie dann vorübergehend auch den korrupten Kronprinzen Kohls, Wolfgang Schäuble parteipolitisch entsorgt. Das war denn auch der erste potentielle Gegner in Ihrem Machtstreben, den Sie zumindest parteipolitisch „entsorgten“.
Wissen Sie was das Wort Politik bedeutet, gnädige Frau? Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet Wissenschaft vom Staat. Es bedeutet die Kunst des Regierens, die Kunst, die Geschicke einer Nation zu verwalten. Nicht, das Geschick der Nation und des Volkes, auf das man einen Eid geschworen hat, dem Verderb auszuliefern.

Sie sind das erste Mal in das hohe Amt gekommen, meine Dame, weil eine Mehrheit des deutschen Volkes der rot-grünen Mischpoke nur noch Schlechtigkeiten zutraute. Wobei die von Schröder mutig angestoßenen Reformen tatsächlich Deutschland aus dem Tal einer Rezession und wirtschaftlichen Verblühung führten. Eine Leistung, die Ihnen noch abgeht.
Als Regierungschef(in) muss man über Qualitäten verfügen, die auch einige ihrer Vorgänger niemals gezeigt haben, das ist wahr, und die auch Ihre europäischen Kollegen nicht vorweisen können, das ist wahr, die Sie aber erst recht nicht pflegen. Qualitäten, die ein Konrad Adenauer, ein Helmut Schmidt besaßen: Glaubwürdigkeit, Besonnenheit, Konsequenz, Stil und Klasse in hohem Maße, Patriotismus und Rechtsempfinden. Verlange ich zuviel, wenn ich Rechtsempfinden und Patriotismus anführe?
Denn das Wohl Ihres Volkes geht Ihnen augenscheinlich an ihrem dicken Hinterteil vorbei.
Was haben Sie uns nicht eingebrockt an Rechtsbrüchen!
Mit den Euro-Rettungspaketen haben den Stabilitätspakt aus den Angeln gehoben und haben dies am Recht vorbei durchgesetzt. Der abrupte Ausstieg aus der Atomenergie im März 2011 drei Tage nach der Fukushima-Katastrophe in Japan erfolgte ohne jegliche Rechtsgrundlage und ohne akute Gefahr, dass in Deutschland ein ähnliches Ereignis zu befürchten sei. Fünf Monate zuvor hatte der Deutsche Bundestag noch eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke beschlossen. Das alles wurde 2015 durch ihre Entscheidung in den Schatten gestellt, mehr als eine Million Migranten ungesteuert und unüberprüft monatelang nach Deutschland nicht nur einreisen zu lassen, sondern sie auch noch mit Bussen und Zügen aktiv herankarren zu lassen. Obwohl sie aus sicheren Herkunftsländern kamen und praktisch alle über andere EU-Länder eingereist waren. Sie hätten nach geltendem EU-Recht zurückgewiesen werden müssen. Mit Ihren Rechtsbrüchen und Ihrem selbstgerecht, blasierten Auftreten haben Sie Deutschland in der europäischen Staatengemeinschaft nahezu isoliert.
Um Aktivität zu heucheln und den verursachten Schaden vielleicht abzumildern, haben Sie sich dazu auch noch in gleisnerischer Weise einem türkischen Despoten angedient.
Für Despoten scheinen Sie eine Geneigtheit zu haben. Erinnern Sie sich noch, werte Dame, als Sie im Februar 2009 in Anwesenheit des kasachischen Diktators Nasarbajew bei einer gemeinsamen Pressekonferenz den verehrungswürdigen, hochangesehenen Papst Benedikt XVI. beleidigt und als Antisemiten bezichtigt haben? Benedikt, der Ihnen, was Intelligenz und Anständigkeit anbetrifft, Lichtjahre voraus ist. Sie haben es nicht mal der Mühe Wert gefunden, sich zu entschuldigen, als bekannt wurde, dass sich Ihre Vorwürfe als haltlos und falsch erwiesen. Es sei alles gesagt, ließen Sie lapidar vermelden. Das ist würde- und charakterlos, gnädige Frau!
Wie und was Sie zu den Ereignissen am 19. Dezember in Berlin, zu den Opfern dieses Terroranschlages in Ihren Neujahrsreden gesagt haben, ist zurecht als kaltherzig-distanziert befunden worden. Kaltherzig wie die Haltung zu Ihrem Volk.

In der „Ära“ Merkel ist die zweite deutsche Demokratie, der Rechtsstaat durch seine “Kanzlerin“ der Auflösung preisgegeben worden. Nie war seit Gestapo- und Stasi-Zeiten mehr Gesinnungsschnüffelei und Meinungsunterdrückung in Deutschland, als unter Ihrer Führung entstanden.
Deutschland, das einstige Land der Dichter und Denker, der Hochkultur, der Spitzenwissenschaften und technischer Wunder. Was ist daraus geworden? Vor 100 Jahren war die Alphabetisierungsrate höher als im heutigen Deutschland. Die deutschen Schulen und Universitäten sind auf den Hund gebracht worden. Kein Wunder, dass deutsche Schüler bei den Pisa-Studien nicht nur bei Sprachbeherrschung und Rechenfähigkeit seit Jahren hintere Plätze einnehmen. Nach Meinung fast aller Universitätspräsidenten haben ⅔ der deutschen Studenten nichts an Hochschulen verloren, sind studierunfähig. Das Zugangsniveau zum Studieren wird seit Jahren aus linker Opportunität auf das Niveau vormaliger Hilfsschulen abgesenkt. Ein Drittel aller Studenten brechen ihr Studium vorzeitig ab und Massen verlassen die Hochschulen ohne regulären Abschluss. Deutschland verliert und verliert, meine Dame! Anstelle von gebildeten jungen Menschen haben wir Esel mit Universitäts-Zertifikat. Anstelle von künftigen Leitfiguren haben wir Weichlinge und Taugenichtse. Was diese deutschen Hochschulen mit ihren Genderwissenschaften, der großen Zahl unnützer Geistes- bzw. Gesellschaftsdisziplinen an Nachwuchs produzieren, findet sich dann als Parasiten des Staates und der Gesellschaft wieder, die sich unverhohlen als Ideologen geben: die Masse der Journalisten, Schriftsteller, Theologen, Schauspieler, Kommentatoren, Edelhuren und Clowns, die mit ihrem ideologischen Gift Staat und Gesellschaft zerstören.
Zugegeben, dafür haben schon auch ihre Vorgänger und die Schuldigen in den Ländern gesorgt. Aber Sie sehen dem tatenlos zu. Nein, Sie verschlimmern die Situation noch dadurch, dass Sie ungebildete, nicht integrationsfähige, aggressionsgesteuerte Horden junger Männer aus einer zu uns inkompatiblen Kultur ins Land geholt haben.

„Was in zwei Weltkriegen nicht geschafft wurde, Deutschland endgültig zu zerstören, Frau Merkel hat es zuwege gebracht!“ – so wird das Urteil der Geschichte über Sie lauten, gnädige Frau!

Betrachten wir doch auch Ihre Partei und Ihren Umgang mit dieser Organisation.
Durch Ihre Machenschaften haben Sie die einstmals große und stolze CDU bis auf wenige Ausnahmeerscheinungen in ein Agglomerat von Kriechern und Luschen verwandelt. Mit der Berufung eines pöbelnden, intriganten und unausstehlichen Karrieristen als Ihren Generalsekretär, haben sie dem Ganzen dann das Sahnehäubchen aufgesetzt.
Das muss man Ihnen lassen: Im Verbeißen von möglichen Konkurrenten sind Sie groß. Wie Sie den scharfsinnigen und kompetenten Friedrich Merz damals abgemeiert haben, das war schon große Kunstfertigkeit auf dem Gebiet der Heimtücke. Den honorigen Martin Hohmann haben Sie kaltblütig isoliert und der Pressemeute zum Fraß überlassen. Den potenziellen Konkurrenten Christian Wulff haben Sie auf ein „höheres Amt“ gehievt, wo er sich dann teils selbst, aber vor allem durch Nachhilfe Ihrer Freundin Friede Springer unmöglich machte.
Kein Wunder, dass ehrbare Menschen zuhauf diesen Verein verlassen. Mit Ihnen an der Spitze – seit 15 Jahren – verlor die CDU etwa 200.000 Mitglieder, das ist etwa ein Drittel; und der Trend setzt sich fort. Verheerender kann die Bilanz für einen Parteiführer nicht sein.

Mir missfällt auch ihr entschiedener Mangel an gutem Geschmack und Intellekt, gnädige Frau.
Für ihre Figur können Sie nichts, außer vielleicht aus mangelnder Zurückhaltung hinsichtlich vorpommerscher Hausmannskost, die Sie ja einem „on dit“ zufolge zuhause selbst zubereiten. Dass Ihre Mundfalten an eine chronisch magenkranke oder depressive Person erinnern, hängt vielleicht damit auch zusammen.
Es kursieren im Netz von kaum einem anderen Politiker derartig viele nachteilige Bilder mit abstoßendem Mienenspiel, als von Ihnen.
Schweißflecken unter der Achsel und eine Robe mit Einblick in ein schauderhaftes Dekolletee wie von Ihnen bei einem öffentlichen Auftritt zu den Wagner-Festspielen gezeigt, sind für jemanden in Ihrer Position nicht nur nicht Damen-haft, sondern geradezu dämlich. Dass Sie in Ihren, möglicherweise sehr teuren, Hosenanzügen eher wie eine rammelvolle Knackwurst mit Schwitzflecken wirken, damit müssen wir uns bei Ihnen leider ebenfalls abfinden. Die alberne Finger-Raute vor der Wampe, die manche Ihrer Presseschleimer als besonderes Markenzeichen bei Ihnen bewundern, wirkt inzwischen nicht weniger als albern. Wohl eine substitute activity, dazu mit abgekauten Fingernägeln: welche ein Quell für Psychologen und Verhaltensforscher mit wenig schmeichelhaften Mutmaßungen.
Eine Regierungschefin kann es sich eigentlich nicht erlauben, lächerlich zu wirken. Der Verlust von Stil und Sitte in unserer gegenwärtigen Gesellschaft bleibt mit Ihnen, Frau Merkel, als deren Repräsentantin symbolisch verbunden.
Dass Sie sich jährlich in Bayreuth, einer deutschen „Kultstätte“ präsentieren, bei Geburtstagsfeiern sich mit Wissenschaftlern umgeben, sagt nichts darüber aus, wie Ihr intellektuelles oder auch kulturelles Niveau eigentlich einzuschätzen ist.
Ein angesehener Schriftsteller* schrieb über Sie: „Wo der Seelenknödel im Hosenanzug den Mund aufmacht, wird den Ohren schlecht.“
Sie können nicht reden, das weiß inzwischen jeder und Sie haben auch offensichtlich miserable Redenschreiber: „Wie der Herr, so´s Gescherr“ sagt man auch.
So wird auch diesmal vor unserer Schicksalswahl“ wieder nur „Erwartbares, Dünnpfiffiges, Doofes, zäh nur noch sich selbst Genügendes“ von Ihnen zu erwarten sein. „Die Platitüdität Ihrer Sätze in Serie gereicht einer ganz neuartigen „Banalität des Bösen“. Das meint nicht nur dieser Schriftsteller. „Der bestürzende Dummsinn, die behämmerte und zugleich behämmernde, die uns am Ende richtig zuschüttende Impertinenz, die der einstmals mitteldeutsche Seelenknödel im Hosenanzug täglich, ja wer weiß (und wäre nicht gerne nah dabei) stündlich produziert und ausschüttet: Er überragt inzwischen längst die oftmals ja sogar kunstvolle Nichtigkeit der Rede ihres Lehrmeisters Helmut Kohl oder aber auch die Komik eines komischen Selbstläufers, dessen Banausität bis hin zur Debilität aber ja ohnehin mehr eine sich selbst fortzeugende Legende war.“ Wenn es denn nur Reden-Dummsinn wäre, was Sie produzieren, Sie wären wie Heinrich Lübke ertragbar.
Es ist der Dummsinn Ihres politischen Handels, gnädige Frau, der so gefährlich ist. Darum hoffe ich, dass Sie bei der Wahl die gebührende Quittung erhalten und von der politischen Bildfläche verschwinden.
Am besten, Sie gehen jetzt schon, um weiteren Schaden von unserem Land abzuwenden – was Sie ja einmal geschworen haben.

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Ich habe bei meiner „Philippika“ Anleihen bei der leider zu früh verstorbenen großen Journalistin und Schriftstellerin Oriana Fallaci genommen. Ich wählte eine „Ansprache“, ein „Privatissimum“ im Stil dieser mutigen Frau und unverblümten Anklägerin („Die Wut und der Stolz“), die es mit ihren Ansprachen den „Zikaden“ in Politik und Medien und dem „Cavaliere“ heimgezahlt hat. Ich maße mir nicht an, den literarischen Stil, die intelligente Stringenz in ihren Begutachtungen, ihre bissig prägnanten Formulierungen überhaupt klischieren zu können. Trotzdem bemächtigte ich mich absichtlich einiger ihrer Redewendungen und des anklagenden Stils, dem trefflicher niemand anders als sie so Gestalt geben konnte. Es ist „meine Wut“ und „mein Stolz“, die mich zu dieser Rede angestachelt haben.

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*Eckhard Henscheid

Der Denunziant der Woche 3. KW 2017

Catarina Woj

Quelle: dfjp.eu

Auf diesen Fall bin ich beim Studium unseres Lokalblättchens, dem „Gelnhäuser Tageblatt“ vom 13. Januar 17 gestoßen.
In einem Interview beim „Vorwärts“ mit der „Filmemacherin“ Catarina Woj kann man lesen, dass sie einen „Nazi“ aus einer berühmter Familie „entlarvt“ hat.

„Der Merck-Konzern ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt und beschäftigt 50.000 Menschen. Eine TV-Dokumentation enthüllt: Markus Stangenberg-Haverkamp, Merck-Gesellschafter und Spross der Familie, ist Teil eines rechtsextremen Netzwerks.“

Caterina Woj und Andrea Röpke zeichnen verantwortlich für den Film „Das braune Netzwerk“, den sie für den Rotfunk (WDR) verfasst haben.
Der WDR zu der „Dokumentation“:

„Seit Jahren arbeiten neu-rechte Verleger und intellektuelle Vordenker der rechten Szene darauf hin, die Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern.“

Dazu braucht es „mutige KämpferInnen“ wie Catarina Woj und die sattsam bekannte Antifa-Kämpferin Andrea Röpke.
Über Röpke ist schon einiges geschrieben worden.
Wer aber ist Catarina Woj?

Catarina Woj hat u.a. für das „Team Gesicht zeigen“ den Film „Weiblich, sexy, rechtsextrem“ produziert.
Ihre Website gibt Hinweise, was der Hintergrund der sozialen Störung von Frau Woj sein könnte. Sie wirbt fast ausschließlich mit dem Psychothema „Familienaufstellung“ zu dem sie für die Psychoszene einen „berührenden“ Film gemacht habe. Wer sich mit dem Thema auskennt, weiß, dass hier die Grenzen zum Obskurantismus sehr offen sind.
Warum kommt mir da just der „skandalöse“ Beitrag von Jürgen Fritz auf Tichys Einblick, der ja gelöscht wurde, „Warum Sie mit psychopathologisch gestörten grün-linken Gutmenschen nicht diskutieren sollten“ in den Sinn?

Wieder da!

Liebe Leser, liebe Freunde,

nach einer Woche Auszeit meldet sich Altmod wieder zurück. Der Blog wurde von irgend jemandem „gehackt“, sodass die Seite gesperrt werden musste.

Ich starte neu, zunächst mit einer abgespeckten Version von „altmod“, da meine früheren Posts aufgrund der gründlichen Verseuchung nicht mehr allein aus einem Backup wiederhergestellt werden konnten. Es gelang mir nicht, die Seite auf direktem Weg wieder aufzuspielen. Ich werde aber versuchen, die früheren Inhalte, soweit diese meinen Lesern und mir wichtig sind, nach und nach wieder hier einstellen.
Ich weiß nicht, wer mir diesen Streich gespielt hat. Die „Antifa“, ein von mir als Denunziant geouteter „Kreativer“ oder einfach nur irgendein sonstiger Internet-Krimineller, der mein Forum für Spam-Verbreitung nutzen konnte.

Ich will mich nicht als Märtyrer geben, habe ich doch möglicherweise aufgrund nicht ganz ausreichender Schutz-Maßnahmen den Zugang zu meinem Webspace zu leicht erreichbar gehalten. Das soll mir künftig nicht mehr passieren.

Auf ein Neues

Dr. Gottfried Ebenhöh;

„altmod“

DER HINTERBRINGER

von Elias Canetti

Der Hinterbringer mag nichts für sich behalten, was einen andern kränken könnte. Er beeilt sich und kommt anderen Hinterbringern zuvor. Manchmal ist es ein bitteres Rennen, und obwohl sie nicht alle vom gleichen Punkt losgehen, spürt er, wie nah die andern schon sind und überholt sie in riesigen Sprüngen. Er sagt es sehr rasch und es ist ein Geheimnis. Niemand darf davon erfahren, daß er es weiß. Er erwartet Dankbarkeit und sie besteht in Diskretion. »Ich sag’s nur Ihnen. Es geht nur Sie etwas an.« Der Hinterbringer weiß, wenn eine Stellung bedroht ist. Da er sich so rasch fortbewegt, er beeilt sich sehr, wächst die Bedrohung auf dem Weg. Er kommt an und es ist schon ganz sicher. »Sie werden entlassen.« Der Betroffene erbleicht. »Wann?« fragt er und »Wieso? Man hat mir nichts gesagt.« »Man hält es geheim. Man wird es Ihnen im allerletzten Augenblick sagen. Ich mußte Sie warnen. Verraten Sie mich aber nicht.« Dann hält er eine ausführliche Rede darüber, wie furchtbar es wäre, wenn man ihn verriete, und während das Opfer noch keine Zeit hatte, die eigene Gefahr ganz zu ermessen, fühlt es schon Mitleid mit dem Hinterbringer, diesem besten Freund.

Der Hinterbringer läßt sich keine Beleidigung entgehen, die im Zorn geäußert wurde und sorgt dafür, daß sie den Beleidigten erreicht. Weniger gern hinterbringt er Lob, aber um zu beweisen, wie gut er gesinnt ist, zwingt er sich bisweilen dazu. In solchen Fällen beeilt er sich nicht und zögert noch an Ort und Stelle. Das Lob liegt ihm wie ekles Gift auf der Zunge. Bevor er es ausspuckt, glaubt er zu ersticken. Schließlich sagt er’s, aber sehr keusch, als hätte er Scheu vor der Nacktheit des Andern.

Sonst kennt er weder Scham noch Ekel. »Sie müssen sich wehren! Sie müssen etwas tun! Sie können das nicht einfach hinnehmen!« Er berät den Betroffenen gern, schon weil es länger dauert. Seine Ratschläge sind so, daß sie die Angst des Opfers vergrößern. Es ist ihm ja nur um das Vertrauen der Menschen zu tun, ohne Vertrauen kann er nicht leben.

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Die Nation der Denunzianten

Die Deutschen hätten sich seit der Nazi-Zeit nicht geändert. Sie seien geblieben, was sie unter ihrem „Führer“ gewesen seien: die „Nation der Denunzianten“, behauptete Rolf Hochhuth, als sich im Jahre 2007 junge sog. Historiker daransetzten, die Schriftsteller Martin Walser und Siegfried Lenz und den populären Kabarettisten Dieter Hildebrand ob ihrer früheren NSDAP-Mitgliedschaft zu dekuvrieren. Aber…

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Paul A. Weber: Der Denunziant

Was ist ein Denunziant?

Bedeutungsgleiche Wörter sind in der deutschen Sprache: Verräter · Anschwärzer · Judas · Verleumder · Zuträger · Petze(r)

Unter Denunziation (lat. denuntiare, „absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen“; denuntiatio, „Ankündigung, Androhung“) versteht man laut Wikipedia „die – häufig anonyme – öffentliche Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft politischen Beweggründen, von deren Ergebnis der Denunziant sich selbst oder den durch ihn vertretenen Interessen einen Vorteil verspricht.“

Heinrich Heine wurde einst mit Zensur und Schreibverbot drangsaliert. In seiner Polemik „Über den Denunzianten“ greift er den damaligen Literaturkritiker Wolfgang Wenzel an – schon historisch ein echter „Wendehals“ – der Heine der Franzosenfreundschaft und damit der Staatsfeindschaft bezichtigte. In seinem Traktat sieht aber Heinrich Heine den Volkscharakter der Deutschen aber durchaus positiver als der Gegenwartsautor R. Hochhuth. Das will ich an dieser Stelle nicht vorenthalten:

Die erste Tugend der Germanen ist eine gewisse Treue, eine gewisse schwerfällige, aber rührend großmütige Treue. Der Deutsche schlägt sich selbst für die schlechteste Sache, wenn er einmal Handgeld empfangen, oder auch nur im Rausche seinen Beistand versprochen; er schlägt sich alsdann mit seufzendem Herzen, aber er schlägt sich; wie auch die bessere Überzeugung in seiner Brust murre, er kann sich doch nicht entschließen die Fahne zu verlassen, und er verläßt sie am allerwenigsten, wenn seine Partei in Gefahr oder vielleicht gar von feindlicher Übermacht umzingelt ist … Daß er alsdann zu den Gegnern überliefe, ist weder dem deutschen Charakter angemessen, noch dem Charakter irgendeines anderen Volkes … Aber in diesem Falle noch gar als Denunziant zu agieren, das kann nur ein Schurke.

Der bekannte Spruch „Der größte Schuft im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant!“ wird dem Dichter des Deutschlandliedes Hofmann von Fallersleben zugeschrieben. In Wirklichkeit ist der Ausspruch wohl auf ein Gedicht des Sozialdemokraten Max Kegel (1850-1902) zurückzuführen, 1884 zur Zeit der Bismarck´schen Sozialistengesetze im „Wahren Jakob“ veröffentlicht. Wie im „Vormärz“ zur Zeit Heinrich Heines ging es hier um das Spitzeltum für die staatliche Obrigkeit.

Willst wissen du, mein lieber Christ,
Wer aller Menschen Auswurf ist?
Die Antwort liegt ja auf der Hand:
Es ist allein der Denunziant.

Gefährlich ist ein toller Hund,
Gefährlich ist der Lügenmund,
Gefährlich ist, wer stiftet Brand,
Gefährlicher der Denunziant.

Verpestet ist fürwahr die Luft,
Wo atmet solch ein Schelm und Schuft.
Verpestet ist ein ganzes Land,
Wo schleicht herum der Denunziant.

Der Wilde selber, der Barbar
Der Afrikaner rohe Schar
Hält hoch der Treue heilig Band,
Das frech entweiht der Denunziant.

Durchs ganze Leben Schimpf und Schmach
Geht ihm voran und folgt ihm nach.
Der Menschheit Schandfleck wird genannt
Der niederträcht´ge Denunziant.

Wird er erblickt im Freundeskreis,
Macht man ihm bald die Hölle heiß
Und ruft, ist er erst einmal erkannt:
Hinaus! Er ist ein Denunziant.

Und wenn er einst im Grabe liegt
Und seine Seel‘ nach oben fliegt,
Ruft Petrus: Fort, Halunk! Verbannt
Von hier ist jeder Denunziant.

Der Untertan

Aus der Endzeit der Wilhelminischen Ära stammt der Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann. Die tragende Figur der Geschichte, Diederich Heßling, ist ein armer Wicht, ein Denunziant, ein Opportunist und ist charakterlich in der tiefsten Schublade angesiedelt. Die Satire von H. Mann wird gerne gar von der „Wissenschaft“ herangezogen, um den unverbesserlichen deutschen Charakter als obrigkeitshörig, unterwürfig und autoritätsgläubig in negativster Bedeutung als zutreffend herauszustellen. „Der Untertan“ ist aber einer tieferen Betrachtung wert, als ihn 68er Klischees zu unterwerfen:

„(Heßling) … ist kein bloßer Epochen-, sondern eher ein überzeitlicher Charaktertypus, der sich in Umbruchs und Krisenzeiten besonders wirksam inszeniert. Heute nicht weniger als vor hundert Jahren. Jeder kann ihn gegenwärtig geradezu täglich am Werk sehen, sofern er ihn nicht dort sucht, wo er groteskerweise vom Mainstream verortet wird: bei irgendwelchen wirklichen oder imaginären »Rechten«. Dort ist er nämlich gewiß nicht, weil ein Untertan ständig bei den jeweiligen Siegern der Geschichte weilt – also ständig oben und nach unten tretend. Er verkörpert stets die gerade verkündete Staatsgesinnung, sei es Kaisertreue, Nationalismus und »schimmernde Wehr«, sei es »wehrhafte Demokratie, Pazifismus, identifikationsloses Aufgehen in globalen oder europäischen Organisationsformen oder durch Bevölkerungsaustausch. Er votiert je nach Stimmungslage für Denkmalbau oder -sturz, Judenhatz oder Judenverklärung, für oder gegen Toleranz, wobei der Unterschied nicht groß ist, weil gerade seine Unterstützung eines solchen Projekts stets auf Verfolgung hinausläuft.“

Schreibt Prof. Günter Scholdt in seinem bei Sezession erschienenen Text „Der ewige Denunziant: Heinrich Manns Untertan“.

Der ewige Denunziant

Mit diesem Text sind wir in unserer Zeit angelangt. Der Denunziant kann hierzulande, im „freiesten Staat auf deutschem Boden“ gleichermaßen Schutz durch Behörden erlangen, auch wenn er jemanden absichtlich mit nachweislichen Falschaussagen denunziert. Als Beispiel dazu der Fall einer Regensburger Familie, die von einer wenig wohlwollenden oder bösartigen Person mit unwahren Behauptungen beim Jugendamt angeschwärzt wurde. Eine Klage gegen dieses Subjekt, das „niederträchtige, denunziantische und verleumderische unwahre Behauptungen“ in die Welt gesetzt habe – so der Rechtsanwalt der Familie – wurde vom Regensburger Verwaltungsgericht unter Berufung auf Datenschutz abgewiesen.
Den Kindern zuliebe: Rechtsfreier Raum für Denunzianten


Denunziation als Symptom nichtfreiheitlicher Systeme

„Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nichtfreiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muß, daß er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt« (wikipedia).

Damit kommen wir zur politischen Dimension der Denunziation im gegenwärtigen System.

Zum Machterhalt oder Ausbau der Macht im Staate ist es für einen Machthaber wichtig, Informationen über gegnerische, gemeingefährliche politische Kräfte oder auch nur über extrem unzufriedene Staatsbürger zu erhalten. Dieses Geschäft erledigen normalerweise Geheimdienste, in der bunten Republik der sog. Verfassungsschutz oder besondere Polizeigliederungen nach Auftrag; in unserer Demokratie mit angeblich demokratisch-parlamentarischer Kontrolle. Man müsste meinen, dass dies im freiheitlichen System zur Stabilisierung von Staat und Gesellschaft ausreichend sei; besonders nach den spezifisch deutschen Erfahrungen mit Gestapo und Stasi. Aber auch in unserem „freiesten Staat auf deutschem Boden“, benutzen die Machthaber in immer stärkerem Ausmaß Denunziation durch freiwillige Helfer und nichtstaatliche Organisationen. Das System der politischen Korrektheit, das Durchdringen aller staatlichen, gesellschaftlichen Strukturen, von Verwaltung und Justiz, von Wissenschaft und Publizistik, unserer gesamten „Zivilgesellschaft“, mit der links-grünen, neukommunistisch totalitären Ideenlehre, hat einen für Deutschland eigentlich nicht mehr vorstellbaren Nährboden für Denunziation, Anprangerung, Verfolgung und Ausgrenzung geschaffen – mit Weckung nicht mehr möglich geglaubter destruktiver Kräfte. Wir haben inzwischen eindeutig „nichtfreiheitliche Verhältnisse“ nach unseren Ansprüchen. Der Bundesjustizminster versteht seinen Auftrag nicht mehr als Wahrer der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland, er versteht sich eher als Vorstand einer Art Reichsicherheitshauptamt. Um seine Absichten ins Werk setzen, greift er auf die Hilfe staatlich nicht legitimierter Institutionen und Personen zurück. Dutzende Organisationen und „Wissenschaftler“ bewerben sich zusätzlich um staatliche Zuwendungen aus den Steuertöpfen und liefern dafür Berichte und Studien über Personen oder Gruppen unter dem Leitmotiv einer Gefahrenabwehr.

Die Gestapo war einst, es lebe die Gedapo, die öffentliche Gedankenpolizei.

Denunziation und Zensur sind Geschwister. Das „Auf-den-Index-Setzen“ von Personen und/oder deren Schriften hat eine Hochkonjunktur, wie seit den Zeiten der Inquisition und der Nazi-Herrschaft nicht mehr. Dazu mit einer bisher nicht vorstellbaren technischen Verfeinerung durch digitale „Tools“. Als Schriftendurchschnüffler betätigen sich inzwischen auch Leute, welche des originären Lesens, Textverstehens und Schreibens aufgrund digitaler Verblödung eigentlich gar nicht mehr mächtig sind.

„Psychologie“ des Denunziantentums

Was sind das für Menschen, die sich ohne Scham als Denunzianten betätigen und welche Motive treiben sie?

Von Psychologen wird die Denunziation als aggressiver und destruktiver Akt charakterisiert, ausgehend von einer „narzisstischen Persönlichkeitsstörung“ (oder wie deutsche Psychiater früher sagten, einer „narzisstischen Charakterneurose“). In der Psychologie wird auch von „parasitärem Narzissmus“ gesprochen, der stetig zu Erscheinungen wie Klatsch und Denunziation führt. Bei diesen Personen sollen fast immer Minderwertigkeitskomplexe und omnipotent-sadistischer Größenwahn aufeinandertreffen. Der Denunziant benutzt gerne „die Vollstreckungsorgane der Machthaber. Er ist ihr Sklave und möchte gleichzeitig Herrscher über den zu Denunzierenden sein.“

Man braucht sich nicht auf das nicht selten schlüpfrige Gebiet der Psychologisierung oder Psychiatrisierung zu begeben, um Denunzianten als das zu verstehen, was sie sind: sozial schädliche und destruktive Kräfte – besonders in einer sich als friedlich verstehenden Gesellschaft. Die Geschichte, nicht nur die des Dritten Reiches oder der kommunistischen Staaten, lehrt uns, dass es sich bei den Denunzianten um skrupellose und miese, oftmals über Leichen gehende Menschen handelt, die aus Hass, Rachegefühlen oder zugunsten eigener Vorteile agieren. Der Einsatz für „die gute Sache“ ist für diese Charaktere eine vorgeschobene Selbstlüge, um das eigene Gewissen – wenn denn überhaupt eines vorhanden ist – zu beruhigen.

„Du sollst kein falsch Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten“ heißt das 8. Gebot.

Der Denunziant wähnt sich nie im Unrecht, auch wenn er dreist von der Unwahrheit Gebrauch macht. Es geht ihm ja ausschließlich um die gute Sache, die Sache des Staates oder heute auch um die Sache aller Guten, zu denen er sich zählt. An das biblische Gebot halten sich nicht mal mehr einfache Kirchgänger, wenn sogar christliche Oberhirten in Deutschland zum Denunziantentum „konvertieren“; ob es sich um einen Erzbischof aus Bamberg oder den Kardinal aus Köln handelt.

Nochmal Prof. Scholdt:

… Prävention finden Tugendwächter stets beste Gründe, von Ministern bis zum Staatsfunk, die gegen Pegida, AfD oder jedwede nennenswerten Patrioten klotzen, als stünde ein Staatsstreich unmittelbar bevor. Daß dabei das Ganze aus dem Ruder läuft, nimmt man in Kauf. Es ist das Maßlose dieses (Um-) Erziehungswahns, das erschreckt, der vorauseilende Gehorsam, die streberhafte Übererfüllung der (vermeintlichen) sittlichen Norm, sei es in Sachen Klimaschutz, Genderwahn, Vergangenheitsbewältigung, Multikulturalismus, egalitäre Bildung, Inklusion, Willkommenskultur und so weiter. Und so jubeln sie denn den Goldhagen, Asylanten oder Scheinasylanten zu oder ändern flächendeckend Straßenschilder mit einem Eifer, als gelte es, Kinder aus den Händen von Mördern zu befreien, umwinden wie Diederich Heßling den volkspädagogischen Rohrstock mit Kränzen.

Es bedarf der „guten Sache“ um guten Gewissens zu töten, stellte Arnold Gehlen fest (in „Moral und Hypermoral“). Und der Denunziant mit seinem „guten Gewissen“ macht sich keine Gedanken darüber, dass er auch tötet.

Was tun gegen Denunzianten?

Da scheint kein Kraut gewachsen. In Modifikation des berühmtem Zitates von Albert Einstein, als er von der menschlichen Dummheit sprach, möchte ich feststellen:

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Bosheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Wenn die Medien- und Staatsmacht jemanden in den Klauen hat, ist kaum mehr ein Entrinnen möglich. Spitzenpolitiker der „demokratischen“ Parteien, wie Volker Kauder (CDU) und Thomas Oppermann (SPD) haben schon versprochen, dass es im neuen Jahr 2017 durch die verstärkte Überwachung des Internets, die ja bereits existiert, eine „härtere Gangart“ mit den sozialen Medien und damit mit deren Nutzern praktiziert werde.

Ich für meinen Teil, meide Facebook und Twitter o.ä. Es wäre zu überlegen, einerseits diese Medien zu meiden, wodurch aber ein Austrocknen der „Community“ bei der Masse von „Exhibitionisten“, Dummköpfen und Kommunikationsgestörten nicht zu erreichen sein wird. Andererseits wäre zu überlegen, ob eine massive Okkupation und Überfluten dieser Medien mit politischen Themen jenseits der Mainstream-Meinung nicht jegliche Überwachungstechniken an die Grenzen führen könnte. Der Gegenöffentlichkeit, damit der Denunziantenabwehr stehen noch die alternativen Internet-Zeitungen und Blogs mit ihren Netzwerken zur Verfügung. Wobei natürlich die staatlichen Überwachungs- und Zensurmöglichkeiten hier gleichermaßen Realität sind. China und andere totalitäre Staaten praktizieren dies bereits. Und dabei spielen die Anbieter, Provider und Internet-Giganten wie Facebook und Google einvernehmlich mit; sofern noch irgendeine eine Option zur Gewinn-Generierung für diese Konzerne verbleibt. Das „Reichssicherheitshauptamt“ des Holger Maas hat bereits Vereinbarungen für ein solch „konzertiertes“ Vorgehen auf die Wege gebracht. Noch existieren die alternativen Medien und die „subkulturelle“ Öffentlichkeit. Informationsträger wie Jouwatch oder TichysEinblicke brauchen aber nicht nur ideelle, auch finanzielle Unterstützung. Printmedien wie die „Junge Freiheit“, die „Preußische Allgemeine Zeitung“, „eigentümlich frei“ u.a., kann man mit einem Abonnement stärken, anstelle des lokalen „Konzentrations“-Blättchens oder der unsäglichen FAZ oder WELT, von den linken Postillen wir SZ oder ZEIT gar nicht zu sprechen.

Könnte man eine kollektive Zahlungs-Verweigerung-Aktion der GEZ-Gebühren nicht nur phantasieren? Bei einer Boykottierung der Gebühreneintreibung durch etwa 100.000 Bürger mit verbundener Klageeinreichung gegen das System, würde der bundesdeutsche Justizapparat wahrscheinlich auf diesem Gebiet kollabieren.

Da man es bei den Denunzianten fast immer mit konkreten Personen zu tun hat, sollte man diese auch öffentlich namentlich benennen und mit Richtigstellungen, feinsinnigen Invektiven und juristischen Verfahren bis zur Erschöpfung eindecken. Ob Frau Kahane oder gar der Bundespräsident, eine „Edelfeder“ einer Zeitung, ein „Anchorman“ des Staatsfernsehens, ein Kreativer einer Werbeagentur aus Hamburg oder Berlin oder ein pensionierter Lehrer aus Thüngersheim, ein „Freelancer“ aus Nürnberg und sonst irgendein subalterner Schreibknecht aus einer Redaktionsstube sollten in dieses Visier genommen werden. Das kann man als unchristlich, gleichermaßen unmoralisch ansehen, denn es heißt: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Wenn dem Denunzianten nicht sprichwörtlich „eine aufs Maul“ gegeben wird, er die Folgen seines Handelns nicht irgendwie schmerzhaft spüren kann, wird er sein Schandmaul immer wieder aufreißen, zum Schaden anderer. Er wird nicht auch die andere Backe hinhalten, wenn er einen Schlag auf seine linke erhalten hat. Da diese verqueren Charakter sich oft in der personalen Anonymität oder der einer Gruppe verstecken, sollte man als Gegenspieler immer mit offenem Visier und nicht als Anonymus auftreten. Das ist nicht nur eine Frage der Ehre.

Und – Notwehr ist legitim und Menschenrecht!

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Die Verleumdung, sie ist ein Lüftchen,
Kaum vernehmbar, in dem Entstehen,
Still und leise ist sein Wehen:
Horch, nun fängt es an zu säuseln –
Immer näher, immer näher kommt es her. –
Sachte, sachte! – Nah zur Erde!
Kriechend, schleichend! – Dumpfes Rauschen!
Wie sie horchen, wie sie horchen!
Wie sie lauschen, wie sie lauschen!
Und das zischelnde Geflüster,
Dehnt sich feindlich, dehnt sich feindlich aus und düster,
Und die Klugen und die Tröpfe
Und die tausend hohlen Köpfe
Macht sein Sausen voll und schwer! –
Und von Zungen geht’s zu Zungen –
Das Gerede schwellt die Lungen –
Das Gemurmel wird Geheule –
Wälzt sich hin mit Hast und Eile;
Und der Lästerzungenspitzen
Zischen drein mit Feuerblitzen,
Und es schwärzt sich Nacht und Schrecken
Schaurig immer mehr und mehr.
Endlich bricht es los das Wetter,
Unter grässlichem Geschmetter!
Durch der Lüfte Regionen
Tobt’s wie Brüllen der Kanonen,
Und der Erde Stoss und Zittern
Widerhallt in den Gewittern,
In der Blitze Höllenschlund! –
Und der Arme muss verzagen,
Den Verleumdung hat geschlagen. –
Schuldlos geht er dann, verachtet,
Als ein Ehrenmann zugrund.

Arie des Don Basilio aus „Der Barbier von Sevilla“ (1816) von Gioachino Rossini; Libretto von Cesare Sterbini